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... aber wir bauen nicht!

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Ausbau Grimselstausee: Beschwerde von Aqua Viva beim Bundesgericht gutgeheissen!

Das Bundesgericht hat die Beschwerde von Aqua Viva und Greinastiftung im Zusammenhang mit der geplanten Erhöhung der Staumauern des Grimsel-Wasserkraftwerks gutgeheissen. Die Sache wird an den Berner Regierungsrat zurückgewiesen. Das Projekt bedarf einer Festsetzung im kantonalen Richtplan, damit die verschiedenen Nutz- und Schutzinteressen abgestimmt werden können. In diesem Rahmen ist auch eine Koordination mit dem geplanten Kraftwerk Trift erforderlich.
Als Folge davon wurde auch die für die Wintersession 2020 des Bernischen Grossen Rats geplante Beratung der Konzession der Triftsee-Mauer verschoben.

(30.11.2020)










Pingwin Planet - Appell an Berner Grossrätinnen: Timeout für die Trift

Die Nonprofitorganisation Pingwin Planet bezieht auf ihrer Homepage Stellung gegen die Trift-Staumauer. Hier geht es zu der Homepage von Pingwing Planet: https://pingwinplanet.ch/index.php/appell-an-grossraetinnen.html


(16.11.2020)










Absage der Generalversammlung 2020

Aufgrund der aktuellen Corona-Massnahmen von Bund und Kanton hat der Vorstand beschlossen, die Generalversammlung abzusagen.
Der Vorstand wird versuchen, nach Möglichkeit im März oder April 2021 die GV nachzuholen. Wir werden zu gegebener Zeit auf der Homepage und in einem Rundbrief darüber informieren.
Der Vorstand bedauert die Absage, aber leider bleibt ihm gar nichts anderes übrig.
(24.10.2020)

Triftdemo
(Bild zvg)











Rundbrief 71, Oktober 2020

Liebe Mitglieder, Freundinnen und Freunde

Wir bedanken uns von ganzem Herzen bei allen Mitgliedern, Spenderinnen und Spendern, die auch angesichts der derzeitigen Unsicherheiten Geld für den Erhalt der einmaligen Landschaften Grimsel und Trift ausgeben und unsere Arbeit ermöglichen.

Trotz der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie konnte der Grimselverein die geplanten Sommeraktivitäten durchführen. Die lokale Presse berichtete sehr wohlwollend über unsere Anlässe und Anliegen. Auch auf nationaler Ebene gab es die eine oder andere Presseanfrage – Energiethemen sind im Gespräch. Dennoch ist es ein langwieriger Prozess, der landläufigen Meinung, Wasserkraft sei eine saubere und ausbaubare Energiequelle und als Winterspeicher grossartig, unsere Einwände entgegenzuhalten und immer wieder auf die Alternativen (Photovoltaik, Power-to-Gas) hinzuweisen.

Die Corona-Pandemie wird von allen Seiten instrumentalisiert. Sie zeige, wie wichtig eine autarke Energieversorgung mit Wasserkraft für die Schweiz sei – wie wenn die Schweiz in den letzten 200 Jahren je unabhängig von Energieimporten gewesen wäre (Kohle? Öl? Benzin? Gas? Uran?).
Was hingegen offensichtlich ist: Die Pandemie zeigt, wie wichtig intakte Naturräume und Landschaften für das Wohlbefinden der Menschen sind, sowohl in Siedlungsnähe wie in den abgelegenen, unbesiedelten Regionen der Alpen. Kaum je haben so viele BesucherInnen das Haslital und seine Seitenarme erfahren und erwandert...

Grimsel
Seit dem letzten Rundbrief hat sich kaum etwas ereignet. Das Bundesgericht verlangte von den KWO noch einmal eine genauere Berechnung der Mehrproduktion aufgrund des höheren Wasserspiegels. Wir warten weiter gespannt auf den Bundesgerichtsentscheid...

Trift
Der Berner Regierungsrat hat das Konzessionsgesuch zum Kraftwerk Trift an den Grossen Rat überwiesen. Dort wird es wohl in der kommenden Wintersession behandelt, ohne dass vorgängige Verhandlungen zu den Einsprachen gegen das Projekt stattgefunden haben. Der Grimselverein und Aqua Viva müssen sich überlegen, welche politischen und juristischen Mittel gegen die zu befürchtende Konzessionserteilung ergriffen werden sollen (geplant gewesen wäre, dieses Traktandum an der nun abgesagten GV zu besprechen).

Vernehmlassung zum Energiegesetz
Der Bundesrat hat im Frühling einen Entwurf zur Revision des Energiegesetzes in die Vernehmlassung geschickt. Darin ist weiterhin ein Ausbau der Grosswasserkraft vorgesehen, grosszügig unterstützt mit Bundessubventionen (jährlich 100 Mio. Franken), während der Ausbau der Photovoltaik nur zögerlich und restriktiv gefördert wird. Diese Ausbauziele werden in keiner Weise in Beziehung gesetzt mit anderen wichtigen Themen wie Landschafts- und Gewässerschutz oder Biodiversitätsschutz. Im Übrigen finden sich im Entwurf keinerlei Perspektiven zu alternativen, zukunftsträchtigen Speichertechnologien (Power-to-Gas, Power-to-Liquid), geschweige denn zu Energieeffizienz oder -suffienz. All das hat der Grimselverein in seiner ausführlichen Stellungnahme kritisiert und erläutert.
Beim Entwurf zur Revision des Energiegesetzes zeigt sich, dass die Wasserkraft-Lobby in Bundesbern gut vernetzt ist. So erstaunt es auch nicht, dass Barbara Egger-Jenzer, Verwaltungsratspräsidentin der KWO, an ihrer GV selbstbewusst 200 Mio. Franken, die Hälfte der Trift-Kosten, vom Bund eingefordert hat.

Gletscherweib
Am ersten Juli-Samstag haben wir das Gletscherweib neu geschmückt – diesmal anstelle des Berichts das Gedicht von Dres Urweider, das auf einer der Gebetsfahnen steht:

Fremd eigentlich der gletscher, wie ein ferner
aber so nah und kraftlos, wenn er schmilzt

Respekt und senk deinen blick, wenn du ihm nahe kommst
er hat verborgene helfer

Gletscher - es hat sich gewendet
ich brauche deine ruhe

du bist älter als menschenfurcht

du bleibst, du wirst es verschweigen
eine stille bewegung im wind



Feuer in den Alpen
Well this could be the last time... (Rolling Stones)

Endlich hat es seit 2016 wieder mal funktioniert mit der Sidelhorn-Feuer-Kombination!
Auf Einladung des Vorstandes trafen sich am 8. August gegen 30 zugewandte Personen von jung bis alt auf der Grimsel. Wir packten die liebevoll vorbereiteten Holzbündel auf unsere Rucksäcke und stiegen gemeinsam auf den Gipfel. Während es für die einen wohl die letzte Teilnahme war, fanden andere das erste Mal den Weg auf das Sidelhorn. Oben angelangt durften wir den wundervollen und virtuosen Klängen der der beiden Alphornbläser Christian Lehmann und Hans Stettler zuhören und die herrliche Aussicht der Bergwelt geniessen. Es wurde gegessen, diskutiert, gelacht, gesungen und natürlich das Mahnfeuer entfacht. Wir gedachten den Anfängen der Feuer und der Wichtigkeit, uns weiter für die prächtige, einzigartige und so wichtige Natur einzusetzen. Als wir beim gemeinsamen Abstieg mit unseren Stirnlampen eine kurze Pause einlegten, die Lampen ausknipsten, der Stille lauschten und den Blick zum Sternenhimmel mit rötlichem, fast vollem Mond richteten, da kam wohl bei manchen ein mystisches Gefühl auf. Vielleicht fanden auch ein paar hoffnungsvolle Gedanken den Weg zum Himmel...

Protestvisite in der Trift
Mitte August hat das Triftkomitee zu einer Protestvisite in die Trift eingeladen. Mit Fahnen und Transparenten ausgestattet sind um die 30 Leute zur Triftbrücke gezogen, haben möglichst viele Leute in Gespräche verwickelt (die allermeisten wissen weder vom Ausbauprojekt noch vom Widerstand dagegen etwas) und am nächsten Tag an einer naturkundlichen Exkursion ins Gletschervorfeld teilgenommen. Mary Leibundgut hat den unschätzbaren Wert der Landschaft in klaren, eindringlichen Worten dargelegt. Das Erlebnis, unter den mächtigen Wasserfällen in der sandigen Ebene zu sein, zu sehen, zu hören, zu spüren, war einmal mehr überwältigend.

Parlamentarierinnen-Exkursion in die Trift
Anfangs September hat das Triftkomitee eine kleine Gruppe Bundesparlamentarierinnen und Aqua-Viva-Leute in die Trift geführt. Es war ein guter Anlass zur Diskussion über Energieperspektiven, obwohl nur wenige sich die Mühe machen, die bedrohte Landschaft auch sehen und erleben zu wollen. An ihnen wird es sein, im National- und im Ständerat zu berichten und gegen die vorgesehenen Bundessubventionen Stellung zu nehmen.

Herzliche Grüsse
Der Vorstand: Hans, Johannes, John, Katharina, Mäni, Nick, Susan, Thomas

(25.10.2020)








Feuer in den Alpen 2020

Am 8. August 2020 fand bei schönstem Wetter das diesjährige Feuer in den Alpen auf dem Sidelhorn statt. Hier einige Eindrücke von diesem Anlass.

Feuer in den Alpen 2020
Feuer in den Alpen 2020
Feuer in den Alpen 2020
Feuer in den Alpen 2020
Hinweis: zur Anzeige in hoher Auflösung Bilder anklicken

(30.8.2020)










Einordnung des Bundesratsbeschlusses zur Schutz- und Nutzungsplanung Oberes Gadmental

Wie den Medien zu entnehmen war, hat der Bundesrat am 20. März 2020 die vom Kanton Bern eingereichte Schutz- und Nutzungsplanung (SNP) für die Wasserkraftnutzung im oberen Gadmental genehmigt. Dieser Beschluss bildet formell eine der Voraussetzungen, dass der Regierungsrat dem Grossrat demnächst den entsprechenden Konzessionsentwurf zum Trift-Projekt der KWO unterbreiten kann. Die Planung sieht zum Zweck einer Mehrnutzung tiefere Mindestrestwassermengen als im Gewässerschutzgesetz festgelegt vor. Dank dieser verstärkten Gewässernutzung könnte das Kraftwerk jährlich 10 GWh mehr Energie produzieren (145 statt 135 GWh). Dies entspricht dem jährlichen Energieverbrauch von rund 2000 durchschnittlichen Haushalten.

Das Gewässerschutzgesetz schreibt vor, dass unterhalb von Wasserentnahmen für die Stromproduktion eine Mindestrestwassermenge verbleiben muss, welche die natürlichen Funktionen des Gewässers (z.B. Lebensraum für Pflanzen und Tiere, Strukturierung der Landschaft oder Speisung des Grundwassers) gewährleisten sollte. Je nach Bedeutung des Gewässers (z.B. für die Grundwasseranreicherung oder als Landschaftselement) müssen die Kantone diese Restwassermenge erhöhen. In Ausnahmefällen können sie Restwassermengen festlegen, die das gesetzliche Minimum unterschreiten, unter anderem eben aufgrund einer SNP. Dazu braucht es einen Nutzungsverzicht an anderen Gewässern und weitere ökologische Ersatzmassnahmen zum Ausgleich.

Das Trift-Projekt der KWO beinhaltet bekanntlich den Bau eines neuen Kraftwerks im oberen Gadmental mit einem künstlichen Stausee in der oberen Trift und mit zwei neuen Fassungen am Steinwasser und am Triftwasser. Bei beiden Fassungen ist vorgesehen, die gesetzlichen Restwassermengen im Sommerhalbjahr massiv zu unterschreiten. Als Ausgleich wollen die KWO künftig auf die Nutzung des oberen Wendenwassers, des Giglibachs und des Treichigrabens verzichten. Es ist zudem vorgesehen, einen Teil des Gadmer- und des Urbachwassers zu revitalisieren.

Aus Sicht des Grimselvereins kommt die Genehmigung der SNP nicht unerwartet, entspricht sie doch dem von den KWO unter Mitwirkung der grossen Umweltschutzorganisationen ausgehandelten Deal. Der Grimselverein und Aqua Viva hingegen erachten in ihrer Einsprache unter anderem die vorgesehene Unterschreitung der gesetzlich festgelegten Restwassermengen als grundsätzlich fragwürdig und inakzeptabel. Mit den vorgesehenen Mengen würden lebendige und einzigartige Gewässerlandschaften unterhalb des aufzustauenden Triftsees und im unteren Bereich des Steinwassers praktisch ab- und ruhiggestellt. Anstatt einer Erhöhung der Mindestrestwassermenge um 50%, wie es gemäss Umweltverträglichkeitsbericht aufgrund der Bedeutung eigentlich nötig wäre, soll die Restwassermenge um sage und schreibe bis zu zwei Drittel reduziert werden. Dies für eine Mehrproduktion von lediglich 7.5%.
Es gibt bereits mehrere Beispiele im Haslital, wo aufgrund von SNP unterhalb von Wasserkraftfassungen praktisch leere Bachtobel und Wasserfälle übrigbleiben (Alpbach, Reichenbach).

Die in der Schutz- und Nutzungsplanung vorgesehenen Ausgleichsmassnahmen entsprechen nicht einem ökologischen Gewinn und sind zu hoch bewertet. Die Verzichtsbekundungen betreffen ökologisch und landschaftlich wenig wertvolle Gewässer (Treichigraben) oder wenig schlüssige Nutzungsideen (Wendenwasser, Giglibach). Überdies scheint es ohnehin absurd, wenn Zerstörungen "ausgeglichen" werden dürfen mit dem Verzicht auf noch weitergehende Zerstörungen.
Mindestens zwei der drei vorgesehenen Revitalisierungen (Gadmerwasser Fuhren Mitte, Urbachwasser) betreffen Gewässerabschnitte, welche nach der kantonalen Revitalisierungsplanung sowieso innert 20 Jahren durch den Kanton zu revitalisieren sind. Sie können also nicht als Kompensation für neue Beeinträchtigungen herbeigezogen werden, insbesondere auch weil im kantonalen Renaturierungsfonds genügend Mittel vorhanden sind.

Der Grimselverein und Aqua Viva halten an ihrer Einsprache gegen das gesamte Trift-Projekt fest.

(5.4.2020)








Power to gas


Mit der Power to Gas Technologie kann im Sommer aus überschüssigem Solarstrom Methan produziert und komprimiert in Röhrenspeichern gelagert werden. Das Methan kann im Winter ins normale Gasnetz eingespeist werden und mittels WKK Strom plus Wärme erzeugen. Es gibt aber noch weitere Anwendungsformen der Power to Gas Technologie.

(17.4.2020)








Film "Rettet die Trift"

Am "Feuer in den Alpen", das 2019 für einmal nicht auf dem Sidelhorn, sondern in der Trift durchgeführt wurde, ist ein Filmbeitrag erstellt worden. Dieser kann unter diesem Link angesehen werden

Startbild Rettet Die Trift


(24.10.2019)








Verwaltungsgerichtsurteil vom 21.Mai 2019

Das Verwaltungsgerichtsurteil vom 21.Mai 2019 ist unter diesem Link verfügbar.
(24.10.2019)








Argumente gegen die Konzessionserteilung für ein Kraftwerk in der Trift im Berner Oberland

1. Die Trift ist keine Einöde. Die Trift ist eine grossartige, praktisch unberührte Gebirgslandschaft. Sie umfasst wilde Bachläufe, Schluchten, Alpwiesen, schroffe Felsen, Wald, einen natürlichen See und ein frisches, dynamisches Gletschervorfeld. Sie ist den unmittelbar angrenzenden BLN-Gebieten "Berner Hochalpen" und "Rhonegletscher" ebenbürtig. Das Amt für Wasser und Abfall des Kantons Bern beurteilt in einem Fachbericht das Triftwasser als von "hohem Naturwert". Selbst der Umweltverträglichkeitsbericht des Trift-Projekts bezeichnet das betroffene Gebiet in vielerlei Hinsicht als einzigartig, schützens- und erhaltenswert.

2. Energiewende heisst nicht Opferung des Landschafts- und Biotopschutzes. Die Energiewende ist notwendig, weil die Schweiz aus den fossilen Energien und aus der Atomenergie aussteigen muss. Für die Deckung unseres zukünftigen Energiebedarfs brauchen wir aber keine neuen Stauseen, auch in der Trift nicht. Es gibt genügend alternative Möglichkeiten, erneuerbare Energie umweltfreundlich und günstig zu erzeugen. Insbesondere im Bereich der Photovoltaik hat die Schweiz enormes Ausbaupotenzial.

3. Wasserkraft ist in der Schweiz zu sehr grossen Teilen genutzt. Die wenigen verbliebenen Bäche und Flüsse, unberührten Täler und Gletschergebiete müssen erhalten bleiben. Der Beitrag des Trift-Projekts an die gesamte Stromproduktion in der Schweiz ist mit 0,25 Prozent unerheblich. Mit Photovoltaik kann diese Energiemenge ohne grössere Probleme auf Dachflächen im Siedlungsgebiet und entlang von Autobahnen erzeugt werden.

4. Für die Winterenergie ist das Trift-Projekt nicht notwendig. Im Winter kann mittels Photovoltaik an Wänden (Schallschutzmauern, Stützmauern, Gebäudefassaden etc.) genügend Strom erzeugt werden. Bezüglich Speichermöglichkeiten für Energie sind grosse technologische Entwicklungen im Gang (Power to Gas, neue Batterietechnik). Es wird in 10 bis 20 Jahren bessere (dezentrale) Speichermöglichkeiten geben als Stauseen.

5. Das Trift-Projekt verdreht die Prioritäten. Es kann nicht sein, dass eine unberührte Berglandschaft zerstört wird, obwohl es sinnvolle umweltverträgliche Alternativen der Energieerzeugung gibt. Zuerst müssen zukunftsgerichtete Energiesparmassnahmen umgesetzt und alle weniger landschaftsbelastenden Produktionsmöglichkeiten ausgeschöpft werden.

6. Das Trift-Projekt ist ökonomisch unsinnig. Photovoltaik wird immer günstiger. Mit dem Investitionsvolumen des Trift-Projekts lässt sich mittels neuer Photovoltaik-Anlagen doppelt so viel Strom erzeugen. Diese können auf Dachflächen von Wohn- und Gewerbebauten, entlang von Autobahnen und Bahnlinien erstellt werden.

Aus diesen Gründen und Überlegungen haben der Grimselverein und Aqua Viva Einsprache gegen das Konzessionsgesuch erhoben.

Der Grimselverein ersucht den Grossen Rat, die Konzession für das Kraftwerk Trift nicht zu erteilen.

Quellen:
  • "Alpenstrom", Themenheft Hochparterre, Nov. 2016, Verlag Hochparterre, Zürich
  • Studie "Photovoltaik als kostengünstigste Stromquelle...", Okt. 2018, auf www.energiestiftung.ch

(19.4.2019)










Wandervorschlag zum Gletschervorfeld Trift

Wegbeschreibung
  • Mit dem Zug bis Meiringen
  • Mit dem Postauto bis Haltestelle Gadmen/Fuhren.
  • Dem Wegweiser «Underi Trift, Windegghütte SAC» folgen:
    100m dem Strässli entlang abwärts Richtung Kraftwerkzentrale,
    dann rechts: 700m der alten Sustenstrasse entlang talauswärts.
  • Unmittelbar nach Überqueren eines Baches führt der Weg links hinauf Richtung Trift. Nach einem kleinen Weidetor links den Karrweg verlassen und den rot-weissen Markierungen folgen bis «Underi Trift» (Bergstation Triftbahn, ab Postautostation ca 2 Std).
  • Weiter Richtung Triftbrücke, ca. 1 Std 20 Min.
  • Nach der Hängebrücke noch ca 400m dem Hüttenweg folgen, absteigend (zwei Leitern, T4), durch eine Geröllflanke.
    Hier besteht Steinschlaggefahr: Abstand halten zwischen den einzelnen Personen!
  • Nach dem Überschreiten des Drosibachs beim Steinmannli den Weg nach rechts verlassen Richtung Triftsee, den Steinmannli folgen, dem See entlang südwärts bis zum Gletschervorfeld, weglos, T3, ca 1 Std 30 Min von der Brücke aus.
  • Gleicher Weg zurück.
  • Hinweis: Begehung auf eigene Verantwortung, der Grimselverein übernimmt keine Haftung.
Variante: zur Abkürzung der Wanderstrecke die Triftbahn der KWO AG benutzen.
Unbedingt im Voraus reservieren unter: https://www.grimselwelt.ch/bahnen/triftbahn

Landeskarte der Schweiz 1:25'000, Blatt 1210 - Innertkirchen
Übernachtungsgelegenheit: Windegghütte SAC 033 975 11 10

(7.4.2019)










Grimselverein-Skitour 22.-24.3.2019

Ein wettermässiges Traumwochenende lockte nicht nur den Grimselverein, sondern auch zahlreiche weitere SkitourengängerInnen in die Berge. Los ging’s am Freitag bei der Handegg. Auf verschlungenen Wegen stiegen wir hoch ins Bächlital. Die frühlingshafte Hitze drückte schwer auf die Beine, so dass wir nach einem Abstecher zu den Bächlisblatti alle ziemlich erschöpft in der Bächlitalhütte ankamen.
Am Samstag zogen wir weiter durch das Tal, über den Bächligletscher und hoch zur Oberen Bächlilicken. Nach einer kurzen Abfahrt ins Hiendertällti folgte der zweite Aufstieg zum Hubelhorn. Eine grossartige Aussicht erwartete uns, aber auch viele Leute, die kaum alle auf dem schmalen Gipfel Platz fanden.
Den Nachmittag verbrachten wir in der Gaulihütte mit angeregten Diskussionen über den aktuellen Stand an der Grimsel und in der Trift.
Am Sonntag dann der Abschluss mit dem Aufstieg zum Golegghorn und der langen, sulzigen Abfahrt zur Handegg.
Hinweis: zur Anzeige in hoher Auflösung Bilder anklicken

Skitour 2019. Bild: Nick Röllin
Skitour 2019. Bild: Nick Röllin
Skitour 2019. Bild: Nick Röllin
Skitour 2019. Bild: Kathrin von Steiger
(7.4.2019)










Melchior Anderegg bezieht Stellung

Auch Bergführerlegende Melchior Anderegg bezieht mit klaren Worten Stellung zum Triftprojekt...
Ein Bericht dazu findet sich in der Zeitung Berner Oberländer

Melchior Anderegg
Für Ansicht in Originalgrösse Bild anklicken (Bild zvg)


(17.8.2018)










Bilder von der Trift

Wir tragen hier einiges Bildmaterial zusammen von der Landschaft rund um den Triftsee. Es sind Bilder und ein Filmausschnitt (150 MByte): vom See selber, vom Gletscher oberhalb des Sees aus dem mächtig das Triftwasser hervorströmt und in den See fliesst und von der Schlucht unterhalb des Sees.
Die Bilder stammen mit freundlicher Genehmigung von Mary Leibundgut, Nick Röllin, Beat Teige und Thomas Benkeler. Die Bilder sind hier auch in hoher Auflösung verfügbar: darauf sieht man gut die gewaltige Kraft dieser Landschaft.
Von Mary Leibundgut gibt es auf der Website www.grimsel.ch weitere Bilder von der Trift.
Von Nick Röllin gibt es weitere Bilder auf Dropbox. Es lohnt sich vorbeizuschauen.
Hinweis: zur Anzeige in hoher Auflösung Bilder anklicken

Triftwasser fliesst in den Triftsee

Rückgang des Triftgletschers 1948 bis 2006. (Quelle: Projektunterlagen KWO)
Panoramafoto der Trift, aufgenommen am 27. August 2012 im Graaggi. In der rechten Bildhälfte ist die Windegghütte erkennbar. Für Ansicht in Originalgrösse: Bild anklicken (Bild Thomas Benkler)


(23.5.2018)










Widerstand an der Trift - Gebirgsschönheit erhalten

Der Grimselverein und Aqua Viva wehren sich mit einer Einsprache gegen das geplante Kraftwerk Trift im Berner Oberland. Die einzigartige Landschaft unterhalb des Triftgletschers würde durch den Bau unwiederbringlich zerstört - für eine schweizweit mickrige Steigerung der Energieproduktion von lediglich 0.2%. Für die beiden Organisationen ist klar: In diesem Fall ist das nationale Interesse, diese einmalige Hochgebirgslandschaft zu schützen, höher zu gewichten als die Energieproduktion.
(7.2.2018)

Medienmitteilung
Einsprache






Stellungnahme zum Triftprojekt der KWO

Der Präsident Hans Anderegg hat eine Stellungnahme zum Triftprojekt erarbeitet. Dieses kann unter http://www.grimselverein.ch/archiv/TriftNichtNötig.pdf eingesehen werden.
(18.6.2017)






Bundesgerichtsurteil 2017

Das Bundesgerichtsurteil vom 5.April 2017 kann auf der Homepage des Grimselvereins unter http://www.grimselverein.ch/archiv/bundesgerichtsurteil.pdf eingesehen werden.
(25.6.2017)










Gletschervorfeld. (Bild/Montage T. Rytz)



Moorschutz gelöchert: Erhöhung der Staumauern an der Grimsel aber vorerst nicht möglich!

Das Bundesgericht hat definitiv entschieden: Die Staumauererhöhung an der Grimsel ist in Bezug auf den Moorschutz nicht verfassungswidrig. Damit kann die Sunnig Aar vielleicht zerstört werden.

Der Grimselverein ist irritiert und sehr besorgt darüber, dass der verfassungsmässige Moorschutz an der Grimsel vom Bundesgericht in Lausanne nicht vollumfänglich bestätigt worden ist. Ein offensichtlich politisches Urteil, das ein schlechtes Licht auf die Verlässlichkeit der Justiz wirft; die Bundesrichter haben ohne offengelegten Plan anders entscheiden als alle fünf RichterInnen des Berner Verwaltungsgerichts und auch die eigene mehrjährige Praxis verlassen. Dieser Entscheid ist hoffentlich kein Signal, dass die letzten zwei Prozent der Moore in der Schweiz, die vom ursprünglichen Bestand noch erhalten geblieben sind, auch noch zerstört werden dürfen.

An der Grimsel können die einmalige Moorlandschaft Sunnig Aar, der Arvenwald und das Gletschervorfeld in ihrer ganzen Pracht momentan aber noch nicht den Profitinteressen des Kantons Bern und der Städte Bern, Basel und Zürich geopfert werden. Das Berner Verwaltungsgericht hatte die Staumauererhöhung nur unter dem Aspekt des Moorschutzes angeschaut. Daher geht der Fall zurück ans Berner Verwaltungsgericht, welches nun auch noch die weiteren Punkte der Beschwerde der Umweltverbände beurteilen muss. Eine Erhöhung ist erst möglich, wenn auch diese weiteren Punkte wie etwa die Zugehörigkeit zum BLN Inventar nicht für eine Annahme der Beschwerde ausreichen.

Unser Land würde die Energiewende auch ohne den vergrösserten Grimselsee schaffen. Die nun mögliche Mauererhöhung bringt nicht mehr Winterstrom als durch den Verzicht auf 1/16 aller Schweizer Elektroheizungen eingespart werden könnte. Die gleiche Menge Winterstrom könnte auch mit Solarenergie an Fassaden erzeugt werden. Es besteht also keine Not, weitere landschaftliche Kleinode zu zerstören.

Etwas Positives könnte der unverständliche Bundesgerichtsentscheid immerhin haben. Die Standesinitiative des Kantons Bern, welche den verfassungsrechtlichen Moorschutz für grosse Wasserkraftwerke aushebeln will, ist bloss wegen der Erhöhung der Staumauer an der Grimsel eingereicht worden. Falls sie der Kanton Bern jetzt nicht sowieso zurückzieht, kann sie nun vom eidgenössischen Parlament ruhig versenkt werden.

Kontakt: Hans Anderegg, Präsident Grimselverein
(7.4.2017)

Sunnig Aar. (Bild: Peter Anderegg)
Das Bundesgericht erlaubt die Zerstörung unter dem Aspekt des Moorschutzes (Bild: Peter Anderegg)