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Rundbrief 74, April 2022


Liebe Mitglieder, Freundinnen und Freunde
Während wir diesen Rundbrief schreiben, tobt in der Ukraine ein verstörender Krieg. Dies führt uns einmal mehr die globalen Verflechtungen vor Augen. Mit unserem Konsum und unserer Wirtschaft beeinflussen wir diesen Krieg - der Krieg wiederum hat Auswirkungen auf unsere Wirtschaft und unseren Konsum. Die internationalen Abhängigkeiten sind enorm. Im Fokus steht - auch einmal mehr - unser unersättlicher Energiebedarf.
Die Energiedebatte ist allgegenwärtig. Kaum ein Tag, an dem nicht "neue" Lösungen dargeboten werden oder aber alte Probleme und Widersprüche auftauchen. Schlagworte wie Klimaschutz, Nachhaltigkeit und Unabhängigkeit haben Hochkonjunktur, wobei allzu häufig alter Wein in neuen Schläuchen verkauft wird.

Ist da der Widerstand gegen die Kraftwerksprojekte Grimsel und Trift noch angebracht? Ist der Schutz dieser Landschaften nicht nebensächlich im Vergleich zu den drängenden, grossen Fragen? Sollten wir nicht zu Kompromissen bereit sein? -
Wir denken, an der Grimsel und in der Trift geht es eben gerade um die grossen Fragen. Exemplarisch. Es geht um den erweiterten Blick, über die nächste Welle hinaus. Es geht um das Anerkennen von Zusammenhängen. Weder der Klimawandel noch die Biodiversitätskrise können einzeln betrachtet und gelöst werden. Wir setzen uns für Grimsel und Trift ein, weil sie zu den letzten, raren Gewässer- und Wildnisperlen gehören, die für eine vielfältige Umwelt essenziell sind. Klimaschutz und Biodiversitätsschutz müssen Hand in Hand gehen.

Zur Vertiefung dieser Thematik legen wir euch die schön bebilderte Winterausgabe der Aqua-Viva-Zeitschrift bei: Alpine Gewässerlebensräume unter Druck. Der Grimselverein hat sich daran inhaltlich und finanziell beteiligt.

Mackay Cartoon
Zeichnung: mackaycartoons.net




Runder Tisch Wasserkraft
Der Runde Tisch Wasserkraft wurde von Bundesrätin Simonetta Sommaruga einberufen, um mit verschiedenen Akteuren die Herausforderungen der Wasserkraft zu erörtern. An der Runde nahmen vier Umweltorganisationen teil, neben zahlreichen Vertretern der Energiekonzerne, der Wasserwirtschaft und der Gebirgskantone. In der Schlusserklärung vom Dezember 2021 wurden 15 Projekte der Speicherwasserkraft identifiziert, welche «gemäss heutigem Kenntnis-stand energetisch am meistversprechenden sind und gleichzeitig mit möglichst geringen Auswirkungen auf die Biodiversität und Landschaft umgesetzt werden können». Prominent auf dieser Liste die Erhöhung Grimselsee, das Trift-Projekt, aber auch ein riesiges Neubauprojekt am Gornergletscher. Einige dieser Projekte befinden sich in Schutzgebieten (BLN, UNESCO, Landschaftspark) und würden massive Zerstörungen bewirken.
Unser Standpunkt dazu ist klar: Wir lehnen die Erschliessung von unberührten Landschaften und geschützten Gebieten grundsätzlich ab. Eine ausführliche Stellungnahme ist auf der Webseite des Grimselvereins zu lesen.
Inzwischen hat die Zeitschrift "Beobachter" einige Hintergründe dieses Runden Tischs aufgedeckt. Offenbar lief vieles nicht so harmonisch, wie Bundesrätin Sommaruga es darstellt, und die Schlusserklärung wurde unter sehr manipulativen Umständen verfasst. Nach wie vor unter Verschluss sind die Berechnungsmethoden, die zur ominösen 15er-Liste geführt haben.


Brodeln bei den Umweltorganisationen
Auch die grossen Umweltorganisationen sind an den Themen Klimaschutz und Biodiversität dran: Greenpeace hat in einer aufwändigen Studie aufgezeigt, wie eine Energiewende ohne Atomstrom und fossile Brennstoffe umsetzbar ist. Sie sieht zwar einen minimalen Ausbau der Wasserkraft vor, fordert aber in erster Linie einen "Solar-Sprint", einen forcierten Ausbau der Solarenergie.
Bezüglich Photovoltaik ist eine Debatte über grosse Freiflächenanlagen im alpinen Raum entbrannt, ausgelöst durch das Projekt in Gondo. Pro Natura und die Stiftung für Landschaftsschutz wehren sich gegen solch massive Eingriffe in unberührten, naturnahen Gebieten. Wir können dies nachvollziehen, geben aber zu bedenken: Auch das Triftprojekt und der Grimselausbau sind Freiflächenanlagen in unberührten, schützenswerten Landschaften.


Gletscherweib am 2. Juli 2022
Am Samstag, 2. Juli 2022 wollen wir das Gletscherweib in der Unteraar auffrischen und neu schmücken. Priska Walss wird uns auch dieses Jahr mit ihren Alphornklängen verzaubern.
Treffpunkt: Grimsel Summerloch 10.15 (Postauto Meiringen ab 09.25)
Wegen des Baus der neuen Staumauer Spittellamm beginnt die Wanderung nicht beim Hospiz. Die Bushaltestelle "Summerloch" befindet sich nicht beim Parkplatz Summerloch, sondern bei der Haarnadelkurve direkt unter der Seeuferegg-Staumauer. Von dort 10 Minuten Abstieg zum Parkplatz Summerloch.
Die Wanderzeit hin und zurück beträgt ca. 4 Stunden. Ausrüstung: Gute Schuhe, Sonnen-, Regen- und Kälteschutz, genügend Essen und Trinken.
Wer in der Lauteraarhütte übernachten will, soll bitte direkt dort reservieren: 033 973 11 10
Weitere Auskünfte bei Thomas Rytz: 031 382 33 53


Feuer in den Alpen - Triftvisite
Das Feuer in den Alpen findet heuer am 13. August bei der Windegghütte statt, anlässlich der zweitägigen Triftvisite.
Weitere Infos siehe beigelegten Flyer.

GV des Grimselvereins
Termin zum Vormerken: 19. November 2022


Mitgliederbeitrag
Diesem Rundbrief liegt ein Einzahlungsschein bei. Der Jahresbeitrag beträgt für Einzelmitglieder Fr. 20.-, für Familien Fr. 50.-, für Vereine Fr. 100.-. Für Aufrundungen danken wir im Voraus.


Mit herzlichen Grüssen
Vorstand Grimselverein
Johannes, John, Katharina, Nick, Thomas

(30.5.2022)








Stellungnahme des Grimselvereins zur "Gemeinsamen Erklärung des Runden Tisches Wasserkraft"

Der Runde Tisch Wasserkraft wurde von Bundesrätin Simonetta Sommaruga einberufen, um mit verschiedenen Akteuren die Herausforderungen der Wasserkraft zu erörtern. An der Runde nahmen vier Umweltorganisationen teil, neben zahlreichen Vertretern der Energiekonzerne, der Wasserwirtschaft und der Gebirgskantone. In der Schlusserklärung werden 15 Projekte der Speicherwasserkraft identifiziert, welche «gemäss heutigem Kenntnisstand energetisch am meistversprechenden sind und gleichzeitig mit möglichst geringen Auswirkungen auf die Biodiversität und Landschaft umgesetzt werden können». Darunter Projekte wie Grimsel und Trift.
Der Grimselverein sieht solche Vereinbarungen sehr kritisch, auch wenn damit die bestehenden Bewilligungsverfahren nicht ersetzt und keine Präjudize geschaffen werden sollen.

Der Grimselverein nimmt inhaltlich wie folgt Stellung:

1. Wir kritisieren das Ausbauziel für die saisonale Speicherproduktion von 2 TWh. Es ist willkürlich, zu ambitioniert und unnötig.
Willkürlich, weil der Ausbaubedarf für Winterspeicher erheblich höher ist. Die 2 TWh decken bloss einen geringen Teil des zukünftig benötigten Winterstroms. Selbst die Axpo nennt in ihrer Stellungnahme (gemäss Radio SRF, 13.12.21) einen Ausbaubedarf von 50 TWh. Dazu sind zwingend andere Ansätze und Technologien nötig.
Zu ambitioniert, weil bereits jetzt 95% der Gewässer in der Schweiz als genutzt oder beeinträchtigt gelten. Gewässerbiotope (natürliche Fliessgewässer, Tümpel, Auen und Schwemmebenen) sind Mangelware. Die verbleibenden unberührten Gewässer und die durch Gletscherrückgänge entstehenden alpinen Auen sind für die Biodiversität unverzichtbar. Wasserkraftprojekte in diesen sensiblen Biotopformen sind nicht verhandelbar.
Unnötig, weil es in Zukunft andere Produktions- und Speicherformen für Energie geben wird, geben muss. Auch andere Länder sind mit dieser Herausforderung konfrontiert, ohne dass sie unberührte Gebirgstäler zur Verfügung haben.

2. Wir kritisieren, dass die Methode der Bewertung nach energiewirtschaftlichen und nach Biodiversitäts- und Landschaftskriterien nicht offengelegt wird. Es ist nicht nachvollziehbar, wie zwei völlig unterschiedlich gelagerte "Werte" quantifiziert und miteinander in Rechnung gestellt werden sollen.

3. Wir kritisieren das Verfahren, das von Grund auf eine Schadensminimierung und nicht eine Schadensvermeidung vorsieht. Durch die fadenscheinige "Prämisse" des Ausbauziels (2Twh) und die Relativierung von Auswirkungen auf Biodiversität und Landschaft erhält die daraus resultierende 15er-Liste plötzlich einen Anstrich von Logik, Vernunft und Notwendigkeit. Wir gehen hingegen davon aus, dass in der vorliegenden Gefahr des fortschreitenden Biodiversitätsverlusts (IPBES-Bericht 2019) jeder Eingriff in unberührte Landschaft zu unterlassen ist.

4. Wir kritisieren, dass auf der 15er-Liste absolute Neubauprojekte wie Gorner, Oberaletsch und Trift figurieren. Diese Projekte betreffen unberührte, unerschlossene alpine Geländekammern von unschätzbarem Wert. Zwei dieser Gebiete befinden sich im Bundesinventar der Landschaften von nationaler Bedeutung, das dritte steht ihnen in keiner Weise nach.

5. Wir kritisieren die implizierte Verharmlosung von Erhöhungen bestehender Staumauern. Dies mag im einen oder anderen Fall vielleicht verkraftbar sein, gerade das Beispiel Grimsel zeigt aber, dass bereits ein Höherstau von 23 Metern die Zerstörung von rund einem halben Quadratkilometer an wertvollen Moorbiotopen, Schwemmebenen und Auengewässern im Vorfeld des Unteraargletschers bewirkt.

6. Wir begrüssen, dass der vorliegenden 15er-Liste keinerlei Präjudiz attestiert wird. Wir befürchten aber, dass mit dieser undurchsichtigen Quantifizierung dennoch Druck auf die Bewilligungsbehörden ausgeübt wird.

7. Wir begrüssen, dass der Runde Tisch anerkennt, dass an der rechtlichen Bewilligungsordnung nicht gerüttelt wird, dass an der Einhaltung der gesetzlichen Grundlagen festgehalten wird und dass die Möglichkeit zur Verbandsbeschwerde unverändert weiter besteht.

8. Wir begrüssen, dass der Runde Tisch empfiehlt, im Rahmen der kantonalen Richtplanungen neben der gesetzlich geforderten Positivplanung auch eine "Negativplanung" zu vollziehen, also eine grundsätzliche Schutzplanung vor Eingriffen, namentlich für revitalisierte Strecken, letzte unverbaute Flüsse (Trift!), Lebensräume seltener Arten oder schutzwürdige Biotope (Grimsel/Unteraar!).

9. Wir begrüssen, dass der Runde Tisch die bestehenden Schutzbestimmungen anerkennt, insbesondere bezüglich Restwassermengen (Trift?), Schutz von bestehenden Biotopen von nationaler Bedeutung (Unteraar?) und von Ersatzmassnahmen.

10. Wir kritisieren die Art der Ausgestaltung von sogenannten "Ausgleichsmassnahmen". Es wird suggeriert, dass mit Ausgleichsmassnahmen die Schäden von landschaftszerstörenden Projekten kompensiert oder wiedergutgemacht werden können. Dem ist leider nicht so. Das Beispiel Trift zeigt, dass die ausgehandelten Ausgleichsmassnahmen in reinen Verzichtserklärungen bestehen oder sehr gering sind und dem Ausmass an Zerstörung in keiner Weise gerecht werden.

11. Wir kritisieren den weit gefassten Rahmen von Ausgleichsmassnahmen. Damit lassen sich praktisch beliebige, auch überregionale "Ideen" als "Massnahmen" aufrechnen.

12. Wir kritisieren die Berücksichtigung der Kosten von sogenannten Ausgleichsmassnahmen. Macht die Berücksichtigung von "direkten" (monetären) Massnahmekosten noch einigermassen Sinn, ist die Berechnung einer Reduktion des Energieproduktionspotenzials als "indirekte Kosten" hanebüchen. So wird eine reine Verzichtshandlung als Wiedergutmachung verkauft. Die günstigste Ausgleichsmassnahme, nämlich die Unterschutzstellung eines Gebiets, wird so schnell zur teuersten Massnahme.

13. Wir kritisieren, dass bei den Wasserkraftprojekten wie bei den Ausgleichsmassnahmen das energiewirtschaftliche Potenzial in Rechnung gestellt wird, während bei den Auswirkungen auf Biodiversität und Landschaft vom Ist-Zustand ausgegangen wird. Das ist gerade bei den neu entstehenden Gletschervorfeldern ein ungerechtes Verfahren, da sich diese aktuell womöglich noch in einem flächenmässig kleinen, wenig entwickelten Zustand befinden. Es muss also auch hier das Potenzial einer in den nächsten Jahrzehnten zu erwartenden Entwicklung berücksichtigt werden (Studie Geo7).

Links: (15.12.2021)








Ausbau Grimselstausee: Beschwerde von Aqua Viva beim Bundesgericht gutgeheissen!

Das Bundesgericht hat die Beschwerde von Aqua Viva und Greinastiftung im Zusammenhang mit der geplanten Erhöhung der Staumauern des Grimsel-Wasserkraftwerks gutgeheissen. Die Sache wird an den Berner Regierungsrat zurückgewiesen. Das Projekt bedarf einer Festsetzung im kantonalen Richtplan, damit die verschiedenen Nutz- und Schutzinteressen abgestimmt werden können. In diesem Rahmen ist auch eine Koordination mit dem geplanten Kraftwerk Trift erforderlich.
Als Folge davon wurde auch die für die Wintersession 2020 des Bernischen Grossen Rats geplante Beratung der Konzession der Triftsee-Mauer verschoben.

(30.11.2020)










Zum Begriff des „nationalen Interesses" im Zusammenhang mit dem Energiegesetz - Überblick

In den letzten Jahren ist im Zusammenhang mit der Energiewende der Begriff des "nationalen Interesses" immer öfter zu hören gewesen. Ein Überblick über die Verwendung des Begriffs im Zusammenhang mit dem Energiegesetz kann auf der Homepage des Grimselvereins bezogen werden: Überblick "nationales Interesse" herunterladen.

(12.7.2021)










Pingwin Planet - Appell an Berner Grossrätinnen: Timeout für die Trift

Die Nonprofitorganisation Pingwin Planet bezieht auf ihrer Homepage Stellung gegen die Trift-Staumauer. Hier geht es zu der Homepage von Pingwing Planet: https://pingwinplanet.ch/index.php/appell-an-grossraetinnen.html


(16.11.2020)










Feuer in den Alpen 2020

Am 8. August 2020 fand bei schönstem Wetter das diesjährige Feuer in den Alpen auf dem Sidelhorn statt. Hier einige Eindrücke von diesem Anlass.

Feuer in den Alpen 2020
Feuer in den Alpen 2020
Feuer in den Alpen 2020
Feuer in den Alpen 2020
Hinweis: zur Anzeige in hoher Auflösung Bilder anklicken

(30.8.2020)










Einordnung des Bundesratsbeschlusses zur Schutz- und Nutzungsplanung Oberes Gadmental

Wie den Medien zu entnehmen war, hat der Bundesrat am 20. März 2020 die vom Kanton Bern eingereichte Schutz- und Nutzungsplanung (SNP) für die Wasserkraftnutzung im oberen Gadmental genehmigt. Dieser Beschluss bildet formell eine der Voraussetzungen, dass der Regierungsrat dem Grossrat demnächst den entsprechenden Konzessionsentwurf zum Trift-Projekt der KWO unterbreiten kann. Die Planung sieht zum Zweck einer Mehrnutzung tiefere Mindestrestwassermengen als im Gewässerschutzgesetz festgelegt vor. Dank dieser verstärkten Gewässernutzung könnte das Kraftwerk jährlich 10 GWh mehr Energie produzieren (145 statt 135 GWh). Dies entspricht dem jährlichen Energieverbrauch von rund 2000 durchschnittlichen Haushalten.

Das Gewässerschutzgesetz schreibt vor, dass unterhalb von Wasserentnahmen für die Stromproduktion eine Mindestrestwassermenge verbleiben muss, welche die natürlichen Funktionen des Gewässers (z.B. Lebensraum für Pflanzen und Tiere, Strukturierung der Landschaft oder Speisung des Grundwassers) gewährleisten sollte. Je nach Bedeutung des Gewässers (z.B. für die Grundwasseranreicherung oder als Landschaftselement) müssen die Kantone diese Restwassermenge erhöhen. In Ausnahmefällen können sie Restwassermengen festlegen, die das gesetzliche Minimum unterschreiten, unter anderem eben aufgrund einer SNP. Dazu braucht es einen Nutzungsverzicht an anderen Gewässern und weitere ökologische Ersatzmassnahmen zum Ausgleich.

Das Trift-Projekt der KWO beinhaltet bekanntlich den Bau eines neuen Kraftwerks im oberen Gadmental mit einem künstlichen Stausee in der oberen Trift und mit zwei neuen Fassungen am Steinwasser und am Triftwasser. Bei beiden Fassungen ist vorgesehen, die gesetzlichen Restwassermengen im Sommerhalbjahr massiv zu unterschreiten. Als Ausgleich wollen die KWO künftig auf die Nutzung des oberen Wendenwassers, des Giglibachs und des Treichigrabens verzichten. Es ist zudem vorgesehen, einen Teil des Gadmer- und des Urbachwassers zu revitalisieren.

Aus Sicht des Grimselvereins kommt die Genehmigung der SNP nicht unerwartet, entspricht sie doch dem von den KWO unter Mitwirkung der grossen Umweltschutzorganisationen ausgehandelten Deal. Der Grimselverein und Aqua Viva hingegen erachten in ihrer Einsprache unter anderem die vorgesehene Unterschreitung der gesetzlich festgelegten Restwassermengen als grundsätzlich fragwürdig und inakzeptabel. Mit den vorgesehenen Mengen würden lebendige und einzigartige Gewässerlandschaften unterhalb des aufzustauenden Triftsees und im unteren Bereich des Steinwassers praktisch ab- und ruhiggestellt. Anstatt einer Erhöhung der Mindestrestwassermenge um 50%, wie es gemäss Umweltverträglichkeitsbericht aufgrund der Bedeutung eigentlich nötig wäre, soll die Restwassermenge um sage und schreibe bis zu zwei Drittel reduziert werden. Dies für eine Mehrproduktion von lediglich 7.5%.
Es gibt bereits mehrere Beispiele im Haslital, wo aufgrund von SNP unterhalb von Wasserkraftfassungen praktisch leere Bachtobel und Wasserfälle übrigbleiben (Alpbach, Reichenbach).

Die in der Schutz- und Nutzungsplanung vorgesehenen Ausgleichsmassnahmen entsprechen nicht einem ökologischen Gewinn und sind zu hoch bewertet. Die Verzichtsbekundungen betreffen ökologisch und landschaftlich wenig wertvolle Gewässer (Treichigraben) oder wenig schlüssige Nutzungsideen (Wendenwasser, Giglibach). Überdies scheint es ohnehin absurd, wenn Zerstörungen "ausgeglichen" werden dürfen mit dem Verzicht auf noch weitergehende Zerstörungen.
Mindestens zwei der drei vorgesehenen Revitalisierungen (Gadmerwasser Fuhren Mitte, Urbachwasser) betreffen Gewässerabschnitte, welche nach der kantonalen Revitalisierungsplanung sowieso innert 20 Jahren durch den Kanton zu revitalisieren sind. Sie können also nicht als Kompensation für neue Beeinträchtigungen herbeigezogen werden, insbesondere auch weil im kantonalen Renaturierungsfonds genügend Mittel vorhanden sind.

Der Grimselverein und Aqua Viva halten an ihrer Einsprache gegen das gesamte Trift-Projekt fest.

(5.4.2020)








Power to gas


Mit der Power to Gas Technologie kann im Sommer aus überschüssigem Solarstrom Methan produziert und komprimiert in Röhrenspeichern gelagert werden. Das Methan kann im Winter ins normale Gasnetz eingespeist werden und mittels WKK Strom plus Wärme erzeugen. Es gibt aber noch weitere Anwendungsformen der Power to Gas Technologie.

(17.4.2020)








Film "Rettet die Trift"

Am "Feuer in den Alpen", das 2019 für einmal nicht auf dem Sidelhorn, sondern in der Trift durchgeführt wurde, ist ein Filmbeitrag erstellt worden. Dieser kann unter diesem Link angesehen werden

Startbild Rettet Die Trift


(24.10.2019)








Verwaltungsgerichtsurteil vom 21.Mai 2019

Das Verwaltungsgerichtsurteil vom 21.Mai 2019 ist unter diesem Link verfügbar.
(24.10.2019)








Argumente gegen die Konzessionserteilung für ein Kraftwerk in der Trift im Berner Oberland

1. Die Trift ist keine Einöde. Die Trift ist eine grossartige, praktisch unberührte Gebirgslandschaft. Sie umfasst wilde Bachläufe, Schluchten, Alpwiesen, schroffe Felsen, Wald, einen natürlichen See und ein frisches, dynamisches Gletschervorfeld. Sie ist den unmittelbar angrenzenden BLN-Gebieten "Berner Hochalpen" und "Rhonegletscher" ebenbürtig. Das Amt für Wasser und Abfall des Kantons Bern beurteilt in einem Fachbericht das Triftwasser als von "hohem Naturwert". Selbst der Umweltverträglichkeitsbericht des Trift-Projekts bezeichnet das betroffene Gebiet in vielerlei Hinsicht als einzigartig, schützens- und erhaltenswert.

2. Energiewende heisst nicht Opferung des Landschafts- und Biotopschutzes. Die Energiewende ist notwendig, weil die Schweiz aus den fossilen Energien und aus der Atomenergie aussteigen muss. Für die Deckung unseres zukünftigen Energiebedarfs brauchen wir aber keine neuen Stauseen, auch in der Trift nicht. Es gibt genügend alternative Möglichkeiten, erneuerbare Energie umweltfreundlich und günstig zu erzeugen. Insbesondere im Bereich der Photovoltaik hat die Schweiz enormes Ausbaupotenzial.

3. Wasserkraft ist in der Schweiz zu sehr grossen Teilen genutzt. Die wenigen verbliebenen Bäche und Flüsse, unberührten Täler und Gletschergebiete müssen erhalten bleiben. Der Beitrag des Trift-Projekts an die gesamte Stromproduktion in der Schweiz ist mit 0,25 Prozent unerheblich. Mit Photovoltaik kann diese Energiemenge ohne grössere Probleme auf Dachflächen im Siedlungsgebiet und entlang von Autobahnen erzeugt werden.

4. Für die Winterenergie ist das Trift-Projekt nicht notwendig. Im Winter kann mittels Photovoltaik an Wänden (Schallschutzmauern, Stützmauern, Gebäudefassaden etc.) genügend Strom erzeugt werden. Bezüglich Speichermöglichkeiten für Energie sind grosse technologische Entwicklungen im Gang (Power to Gas, neue Batterietechnik). Es wird in 10 bis 20 Jahren bessere (dezentrale) Speichermöglichkeiten geben als Stauseen.

5. Das Trift-Projekt verdreht die Prioritäten. Es kann nicht sein, dass eine unberührte Berglandschaft zerstört wird, obwohl es sinnvolle umweltverträgliche Alternativen der Energieerzeugung gibt. Zuerst müssen zukunftsgerichtete Energiesparmassnahmen umgesetzt und alle weniger landschaftsbelastenden Produktionsmöglichkeiten ausgeschöpft werden.

6. Das Trift-Projekt ist ökonomisch unsinnig. Photovoltaik wird immer günstiger. Mit dem Investitionsvolumen des Trift-Projekts lässt sich mittels neuer Photovoltaik-Anlagen doppelt so viel Strom erzeugen. Diese können auf Dachflächen von Wohn- und Gewerbebauten, entlang von Autobahnen und Bahnlinien erstellt werden.

Aus diesen Gründen und Überlegungen haben der Grimselverein und Aqua Viva Einsprache gegen das Konzessionsgesuch erhoben.

Der Grimselverein ersucht den Grossen Rat, die Konzession für das Kraftwerk Trift nicht zu erteilen.

Quellen:
  • "Alpenstrom", Themenheft Hochparterre, Nov. 2016, Verlag Hochparterre, Zürich
  • Studie "Photovoltaik als kostengünstigste Stromquelle...", Okt. 2018, auf www.energiestiftung.ch

(19.4.2019)










Wandervorschlag zum Gletschervorfeld Trift

Wegbeschreibung
  • Mit dem Zug bis Meiringen
  • Mit dem Postauto bis Haltestelle Gadmen/Fuhren.
  • Dem Wegweiser «Underi Trift, Windegghütte SAC» folgen:
    100m dem Strässli entlang abwärts Richtung Kraftwerkzentrale,
    dann rechts: 700m der alten Sustenstrasse entlang talauswärts.
  • Unmittelbar nach Überqueren eines Baches führt der Weg links hinauf Richtung Trift. Nach einem kleinen Weidetor links den Karrweg verlassen und den rot-weissen Markierungen folgen bis «Underi Trift» (Bergstation Triftbahn, ab Postautostation ca 2 Std).
  • Weiter Richtung Triftbrücke, ca. 1 Std 20 Min.
  • Nach der Hängebrücke noch ca 400m dem Hüttenweg folgen, absteigend (zwei Leitern, T4), durch eine Geröllflanke.
    Hier besteht Steinschlaggefahr: Abstand halten zwischen den einzelnen Personen!
  • Nach dem Überschreiten des Drosibachs beim Steinmannli den Weg nach rechts verlassen Richtung Triftsee, den Steinmannli folgen, dem See entlang südwärts bis zum Gletschervorfeld, weglos, T3, ca 1 Std 30 Min von der Brücke aus.
  • Gleicher Weg zurück.
  • Hinweis: Begehung auf eigene Verantwortung, der Grimselverein übernimmt keine Haftung.
Variante: zur Abkürzung der Wanderstrecke die Triftbahn der KWO AG benutzen.
Unbedingt im Voraus reservieren unter: https://www.grimselwelt.ch/bahnen/triftbahn

Landeskarte der Schweiz 1:25'000, Blatt 1210 - Innertkirchen
Übernachtungsgelegenheit: Windegghütte SAC 033 975 11 10

(7.4.2019)










Grimselverein-Skitour 22.-24.3.2019

Ein wettermässiges Traumwochenende lockte nicht nur den Grimselverein, sondern auch zahlreiche weitere SkitourengängerInnen in die Berge. Los ging’s am Freitag bei der Handegg. Auf verschlungenen Wegen stiegen wir hoch ins Bächlital. Die frühlingshafte Hitze drückte schwer auf die Beine, so dass wir nach einem Abstecher zu den Bächlisblatti alle ziemlich erschöpft in der Bächlitalhütte ankamen.
Am Samstag zogen wir weiter durch das Tal, über den Bächligletscher und hoch zur Oberen Bächlilicken. Nach einer kurzen Abfahrt ins Hiendertällti folgte der zweite Aufstieg zum Hubelhorn. Eine grossartige Aussicht erwartete uns, aber auch viele Leute, die kaum alle auf dem schmalen Gipfel Platz fanden.
Den Nachmittag verbrachten wir in der Gaulihütte mit angeregten Diskussionen über den aktuellen Stand an der Grimsel und in der Trift.
Am Sonntag dann der Abschluss mit dem Aufstieg zum Golegghorn und der langen, sulzigen Abfahrt zur Handegg.
Hinweis: zur Anzeige in hoher Auflösung Bilder anklicken

Skitour 2019. Bild: Nick Röllin
Skitour 2019. Bild: Nick Röllin
Skitour 2019. Bild: Nick Röllin
Skitour 2019. Bild: Kathrin von Steiger
(7.4.2019)










Melchior Anderegg bezieht Stellung

Auch Bergführerlegende Melchior Anderegg bezieht mit klaren Worten Stellung zum Triftprojekt...
Ein Bericht dazu findet sich in der Zeitung Berner Oberländer

Melchior Anderegg
Für Ansicht in Originalgrösse Bild anklicken (Bild zvg)


(17.8.2018)










Bilder von der Trift

Wir tragen hier einiges Bildmaterial zusammen von der Landschaft rund um den Triftsee. Es sind Bilder und ein Filmausschnitt (150 MByte): vom See selber, vom Gletscher oberhalb des Sees aus dem mächtig das Triftwasser hervorströmt und in den See fliesst und von der Schlucht unterhalb des Sees.
Die Bilder stammen mit freundlicher Genehmigung von Mary Leibundgut, Nick Röllin, Beat Teige und Thomas Benkeler. Die Bilder sind hier auch in hoher Auflösung verfügbar: darauf sieht man gut die gewaltige Kraft dieser Landschaft.
Von Mary Leibundgut gibt es auf der Website www.grimsel.ch weitere Bilder von der Trift.
Von Nick Röllin gibt es weitere Bilder auf Dropbox. Es lohnt sich vorbeizuschauen.
Hinweis: zur Anzeige in hoher Auflösung Bilder anklicken

Triftwasser fliesst in den Triftsee

Rückgang des Triftgletschers 1948 bis 2006. (Quelle: Projektunterlagen KWO)
Panoramafoto der Trift, aufgenommen am 27. August 2012 im Graaggi. In der rechten Bildhälfte ist die Windegghütte erkennbar. Für Ansicht in Originalgrösse: Bild anklicken (Bild Thomas Benkler)


(23.5.2018)










Widerstand an der Trift - Gebirgsschönheit erhalten

Der Grimselverein und Aqua Viva wehren sich mit einer Einsprache gegen das geplante Kraftwerk Trift im Berner Oberland. Die einzigartige Landschaft unterhalb des Triftgletschers würde durch den Bau unwiederbringlich zerstört - für eine schweizweit mickrige Steigerung der Energieproduktion von lediglich 0.2%. Für die beiden Organisationen ist klar: In diesem Fall ist das nationale Interesse, diese einmalige Hochgebirgslandschaft zu schützen, höher zu gewichten als die Energieproduktion.
(7.2.2018)

Medienmitteilung
Einsprache