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Rundbrief 72

Beschwerde bei Bundesgericht gutgeheissen

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Timeout Trift

Feuer in den Alpen 2020

BR Beschluss 03/2020

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Film "Rettet die Trift"

www.rettet-die-trift.ch

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Wandervorschlag Trift

Skitour 2019

... aber wir bauen nicht!

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Einsprache gegen Triftprojekt

Stellungnahme zum Triftprojekt

Bundesgerichtsurteil 2017

Moorschutz gelöchert

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Rundbrief 72, April 2021

Liebe Mitglieder, Freundinnen und Freunde

Unsere Generalversammlung vom November 2020 musste wegen Corona ausfallen. Wir wollen sie nicht nachholen, sondern sehen vor, an unserer nächsten Generalversammlung vom Samstag, den 13. November 2021 zwei Jahre zu behandeln. Wir hoffen, auf ein Coronawellental zu treffen.
Termin bitte vormerken.


Grimsel

Foto Johannes Gumpinger, 8. August 2020
In den Rundbriefen der letzten Jahre steht oft: "Wir haben nicht viel Neues zu berichten, wir warten auf..." — Diesmal ist es anders: Das Bundesgericht hat entschieden und sein Urteil am 25. November 2020 veröffentlicht: Es heisst unsere Beschwerde gut und hebt den Entscheid des Berner Verwaltungsgerichts auf. Der Regierungsrat muss das Vorhaben neu beurteilen. Die KWO dürfen den Stausee vorläufig nicht vergrössern.
Die Begründung dieses Entscheids:
  • Das Vorhaben bedarf einer definitiven Grundlage im kantonalen Richtplan. Bisher fehlt eine vollständige Abstimmung der verschiedenen Interessen, vor allem ist noch keine Auseinandersetzung mit den entgegenstehenden öffentlichen Interessen des Natur- und Landschaftsschutzes erfolgt.
  • Regierungsrat und Verwaltungsgericht haben nicht berücksichtigt, dass das Gletschervorfeld eine Aue von potenziell nationaler Bedeutung ist. Das Bundesamt für Umwelt muss endlich eine Inventarisierung durchführen.
  • In der Konzession fehlen Fristen für den Bau- und den Betriebsbeginn.
Dieses Bundesgerichtsurteil freut uns natürlich sehr. Und entlastet uns finanziell stark. Es ist aber auch klar, dass materiell im Grunde nichts entschieden ist. Es ist unwahrscheinlich, dass die KWO auf die Vergrösserung des Grimselsees verzichten wollen. Die Auseinandersetzung wird weitergehen - und voraussichtlich schreiben wir in den Rundbriefen der nächsten Jahre wieder oft: Nicht viel Neues zu berichten, wir warten...
Nebenbei sei noch bemerkt: Medienberichte über dieses Bundesgerichtsurteil erwähnen jeweils nur die Organisationen Aqua Viva und Greina-Stiftung. Der Grimselverein ist formalrechtlich nicht beteiligt, er ist vor Bundesgericht nicht beschwerdeberechtigt. Tatsächlich waren wir aber die treibende Kraft, überhaupt nochmals ans Bundesgericht zu gelangen und haben uns auch verpflichtet, den Hauptteil der Kosten zu übernehmen. Was wir nur dank unseren treuen Mitgliedern wagen durften.


Trift

Das Urteil über die Grimsel hat auch auf die Trift eine sehr günstige Wirkung. Das Bundesgericht verlangt, dass das geplante Kraftwerk Trift einbezogen wird. Im kantonalen Richtplan sind die beiden Grossprojekte im gleichen Gebiet mit ihren gewichtigen Auswirkungen auf Raum und Umwelt aufeinander abzustimmen. Es wird zu entscheiden sein, ob ein überwiegendes öffentliches Interesse an der Realisierung beider Projekte besteht oder ob nur eines davon oder keines zu verwirklichen ist. Siehe dazu die Medienmitteilung des Bundesgerichts auf unserer Homepage.

Triftflyer
In der ersten Dezemberwoche 2020 wollte der Grossrat eigentlich die Konzession für das Kraftwerk Trift erteilen, hat dann aber aufgrund des gerade veröffentlichten Bundesgerichtsurteils das Traktandum abgesagt. Auf die vorgesehene Aktion vor der Grossratsdebatte zum Konzessionsgesuchs haben wir dann auch verzichtet. Wir wollten die Grossrätinnen und Grossräte ansprechen und vor allem den schönen neuen Triftflyer von Jenny und Mary Leibundgut verteilen.


Reichenbachfall
Die BKW wollen im Kraftwerk Schattenhalb 3 mehr Wasser turbinieren als bisher und haben diesbezüglich eine Erweiterung der bestehenden Konzession beantragt. Wegen der massiven Gletscherabschmelzung fliesst mehr Wasser als seinerzeit geschätzt. Es ist aber nicht einzusehen, dass dieser höhere Abfluss sofort wieder verstromt werden soll. Auch dem berühmten Reichenbachfall steht etwas mehr Wasser wohl an.
Der Grimselverein hat sich der Einsprache von Aqua Viva und dem Verein schattenhalb4 angeschlossen.

Gletscherweib
Am Samstag, 3. Juli 2021 wollen wir das Gletscherweib auf dem Vorfeld des Unteraargletschers auffrischen und neu schmücken. Priska Walss wird uns wiederum mit ihren wundervollen Alphornklängen beglücken.
Treffpunkt: Grimsel Sommerloch 10.06 h, Postauto Meiringen Bahnhof ab 09.25 h.
Wegen des Baus der neuen Staumauer Spittellamm beginnt die Wanderung nicht beim Hospiz.
Wanderzeit hin und zurück ca. 4 Stunden. Ausrüstung: Gute Schuhe, Sonnen-, Regen- und Kälteschutz, genügend Essen und Trinken.
Wichtig: Für diejenigen, die sich für eine Übernachtung in der Lauteraarhütte interessieren, ist ein Hinweis auf der Veranstaltungsseite aufgeschaltet.
Auskunft: Thomas Rytz, 078 812 09 55, oder www.grimselverein.ch/veranstaltungen

Feuer in den Alpen
Unser Feuer entzünden wir am Samstag, 14. August 2021. Dieses Jahr nicht auf dem Sidelhorn, sondern im Gebiet Chrizegge (ca. 2300m), in der Nähe der Grimsel Passhöhe, mit Blick ins Oberwallis. Es wird wie immer Musik geben und Lea Schütz, Maturandin und Aktivistin bei Klimastreik Schweiz, wird zu uns reden. Wir hoffen auf gutes Wetter und viele TeilnehmerInnen.
Treffpunkt: Grimsel Passhöhe (Anfang Oberaarstrasse) 16.22 h, Postauto Meiringen ab 15.20 h.
Wanderzeit ca. 40 Min.
Auskunft: Susan Curty, 076 418 18 33, oder www.grimselverein.ch/veranstaltungen

Trift-Visite mit Fackeln am 4.- 5. September 2021

Fackeln sollen brennen für den Schutz der Trift, dieser einzigartig schönen Landschaft mit ungestüm sprudelnden Bächen und lebendigem Gletschervorfeld. Wir wollen sichtbar machen, was den letzten freien Gewässern und Gebirgslandschaften in der Schweiz droht. Kommt mit, unterstützt unseren Widerstand, freut Euch an der Schönheit der Trift!
Details und Anmeldung siehe Flyer oder www.rettet-die-trift.ch.



Mitgliederbeitrag
Diesem Rundbrief liegt ein Einzahlungsschein bei. Der Jahresbeitrag beträgt für Einzelmitglieder Fr. 20.-, für Familien Fr. 50.-, für Vereine Fr. 100.-. Für Aufrundungen danken wir ganz herzlich.

Mit herzlichen Grüssen
Vorstand Grimselverein
Hans, Johannes, John, Katharina, Mäni, Nick, Susan, Thomas

(02.05.2021)








Ausbau Grimselstausee: Beschwerde von Aqua Viva beim Bundesgericht gutgeheissen!

Das Bundesgericht hat die Beschwerde von Aqua Viva und Greinastiftung im Zusammenhang mit der geplanten Erhöhung der Staumauern des Grimsel-Wasserkraftwerks gutgeheissen. Die Sache wird an den Berner Regierungsrat zurückgewiesen. Das Projekt bedarf einer Festsetzung im kantonalen Richtplan, damit die verschiedenen Nutz- und Schutzinteressen abgestimmt werden können. In diesem Rahmen ist auch eine Koordination mit dem geplanten Kraftwerk Trift erforderlich.
Als Folge davon wurde auch die für die Wintersession 2020 des Bernischen Grossen Rats geplante Beratung der Konzession der Triftsee-Mauer verschoben.

(30.11.2020)










Zum Begriff des „nationalen Interesses" im Zusammenhang mit dem Energiegesetz - Überblick

In den letzten Jahren ist im Zusammenhang mit der Energiewende der Begriff des "nationalen Interesses" immer öfter zu hören gewesen. Ein Überblick über die Verwendung des Begriffs im Zusammenhang mit dem Energiegesetz kann auf der Homepage des Grimselvereins bezogen werden: Überblick "nationales Interesse" herunterladen.

(12.7.2021)










Pingwin Planet - Appell an Berner Grossrätinnen: Timeout für die Trift

Die Nonprofitorganisation Pingwin Planet bezieht auf ihrer Homepage Stellung gegen die Trift-Staumauer. Hier geht es zu der Homepage von Pingwing Planet: https://pingwinplanet.ch/index.php/appell-an-grossraetinnen.html


(16.11.2020)










Feuer in den Alpen 2020

Am 8. August 2020 fand bei schönstem Wetter das diesjährige Feuer in den Alpen auf dem Sidelhorn statt. Hier einige Eindrücke von diesem Anlass.

Feuer in den Alpen 2020
Feuer in den Alpen 2020
Feuer in den Alpen 2020
Feuer in den Alpen 2020
Hinweis: zur Anzeige in hoher Auflösung Bilder anklicken

(30.8.2020)










Einordnung des Bundesratsbeschlusses zur Schutz- und Nutzungsplanung Oberes Gadmental

Wie den Medien zu entnehmen war, hat der Bundesrat am 20. März 2020 die vom Kanton Bern eingereichte Schutz- und Nutzungsplanung (SNP) für die Wasserkraftnutzung im oberen Gadmental genehmigt. Dieser Beschluss bildet formell eine der Voraussetzungen, dass der Regierungsrat dem Grossrat demnächst den entsprechenden Konzessionsentwurf zum Trift-Projekt der KWO unterbreiten kann. Die Planung sieht zum Zweck einer Mehrnutzung tiefere Mindestrestwassermengen als im Gewässerschutzgesetz festgelegt vor. Dank dieser verstärkten Gewässernutzung könnte das Kraftwerk jährlich 10 GWh mehr Energie produzieren (145 statt 135 GWh). Dies entspricht dem jährlichen Energieverbrauch von rund 2000 durchschnittlichen Haushalten.

Das Gewässerschutzgesetz schreibt vor, dass unterhalb von Wasserentnahmen für die Stromproduktion eine Mindestrestwassermenge verbleiben muss, welche die natürlichen Funktionen des Gewässers (z.B. Lebensraum für Pflanzen und Tiere, Strukturierung der Landschaft oder Speisung des Grundwassers) gewährleisten sollte. Je nach Bedeutung des Gewässers (z.B. für die Grundwasseranreicherung oder als Landschaftselement) müssen die Kantone diese Restwassermenge erhöhen. In Ausnahmefällen können sie Restwassermengen festlegen, die das gesetzliche Minimum unterschreiten, unter anderem eben aufgrund einer SNP. Dazu braucht es einen Nutzungsverzicht an anderen Gewässern und weitere ökologische Ersatzmassnahmen zum Ausgleich.

Das Trift-Projekt der KWO beinhaltet bekanntlich den Bau eines neuen Kraftwerks im oberen Gadmental mit einem künstlichen Stausee in der oberen Trift und mit zwei neuen Fassungen am Steinwasser und am Triftwasser. Bei beiden Fassungen ist vorgesehen, die gesetzlichen Restwassermengen im Sommerhalbjahr massiv zu unterschreiten. Als Ausgleich wollen die KWO künftig auf die Nutzung des oberen Wendenwassers, des Giglibachs und des Treichigrabens verzichten. Es ist zudem vorgesehen, einen Teil des Gadmer- und des Urbachwassers zu revitalisieren.

Aus Sicht des Grimselvereins kommt die Genehmigung der SNP nicht unerwartet, entspricht sie doch dem von den KWO unter Mitwirkung der grossen Umweltschutzorganisationen ausgehandelten Deal. Der Grimselverein und Aqua Viva hingegen erachten in ihrer Einsprache unter anderem die vorgesehene Unterschreitung der gesetzlich festgelegten Restwassermengen als grundsätzlich fragwürdig und inakzeptabel. Mit den vorgesehenen Mengen würden lebendige und einzigartige Gewässerlandschaften unterhalb des aufzustauenden Triftsees und im unteren Bereich des Steinwassers praktisch ab- und ruhiggestellt. Anstatt einer Erhöhung der Mindestrestwassermenge um 50%, wie es gemäss Umweltverträglichkeitsbericht aufgrund der Bedeutung eigentlich nötig wäre, soll die Restwassermenge um sage und schreibe bis zu zwei Drittel reduziert werden. Dies für eine Mehrproduktion von lediglich 7.5%.
Es gibt bereits mehrere Beispiele im Haslital, wo aufgrund von SNP unterhalb von Wasserkraftfassungen praktisch leere Bachtobel und Wasserfälle übrigbleiben (Alpbach, Reichenbach).

Die in der Schutz- und Nutzungsplanung vorgesehenen Ausgleichsmassnahmen entsprechen nicht einem ökologischen Gewinn und sind zu hoch bewertet. Die Verzichtsbekundungen betreffen ökologisch und landschaftlich wenig wertvolle Gewässer (Treichigraben) oder wenig schlüssige Nutzungsideen (Wendenwasser, Giglibach). Überdies scheint es ohnehin absurd, wenn Zerstörungen "ausgeglichen" werden dürfen mit dem Verzicht auf noch weitergehende Zerstörungen.
Mindestens zwei der drei vorgesehenen Revitalisierungen (Gadmerwasser Fuhren Mitte, Urbachwasser) betreffen Gewässerabschnitte, welche nach der kantonalen Revitalisierungsplanung sowieso innert 20 Jahren durch den Kanton zu revitalisieren sind. Sie können also nicht als Kompensation für neue Beeinträchtigungen herbeigezogen werden, insbesondere auch weil im kantonalen Renaturierungsfonds genügend Mittel vorhanden sind.

Der Grimselverein und Aqua Viva halten an ihrer Einsprache gegen das gesamte Trift-Projekt fest.

(5.4.2020)








Power to gas


Mit der Power to Gas Technologie kann im Sommer aus überschüssigem Solarstrom Methan produziert und komprimiert in Röhrenspeichern gelagert werden. Das Methan kann im Winter ins normale Gasnetz eingespeist werden und mittels WKK Strom plus Wärme erzeugen. Es gibt aber noch weitere Anwendungsformen der Power to Gas Technologie.

(17.4.2020)








Film "Rettet die Trift"

Am "Feuer in den Alpen", das 2019 für einmal nicht auf dem Sidelhorn, sondern in der Trift durchgeführt wurde, ist ein Filmbeitrag erstellt worden. Dieser kann unter diesem Link angesehen werden

Startbild Rettet Die Trift


(24.10.2019)








Verwaltungsgerichtsurteil vom 21.Mai 2019

Das Verwaltungsgerichtsurteil vom 21.Mai 2019 ist unter diesem Link verfügbar.
(24.10.2019)








Argumente gegen die Konzessionserteilung für ein Kraftwerk in der Trift im Berner Oberland

1. Die Trift ist keine Einöde. Die Trift ist eine grossartige, praktisch unberührte Gebirgslandschaft. Sie umfasst wilde Bachläufe, Schluchten, Alpwiesen, schroffe Felsen, Wald, einen natürlichen See und ein frisches, dynamisches Gletschervorfeld. Sie ist den unmittelbar angrenzenden BLN-Gebieten "Berner Hochalpen" und "Rhonegletscher" ebenbürtig. Das Amt für Wasser und Abfall des Kantons Bern beurteilt in einem Fachbericht das Triftwasser als von "hohem Naturwert". Selbst der Umweltverträglichkeitsbericht des Trift-Projekts bezeichnet das betroffene Gebiet in vielerlei Hinsicht als einzigartig, schützens- und erhaltenswert.

2. Energiewende heisst nicht Opferung des Landschafts- und Biotopschutzes. Die Energiewende ist notwendig, weil die Schweiz aus den fossilen Energien und aus der Atomenergie aussteigen muss. Für die Deckung unseres zukünftigen Energiebedarfs brauchen wir aber keine neuen Stauseen, auch in der Trift nicht. Es gibt genügend alternative Möglichkeiten, erneuerbare Energie umweltfreundlich und günstig zu erzeugen. Insbesondere im Bereich der Photovoltaik hat die Schweiz enormes Ausbaupotenzial.

3. Wasserkraft ist in der Schweiz zu sehr grossen Teilen genutzt. Die wenigen verbliebenen Bäche und Flüsse, unberührten Täler und Gletschergebiete müssen erhalten bleiben. Der Beitrag des Trift-Projekts an die gesamte Stromproduktion in der Schweiz ist mit 0,25 Prozent unerheblich. Mit Photovoltaik kann diese Energiemenge ohne grössere Probleme auf Dachflächen im Siedlungsgebiet und entlang von Autobahnen erzeugt werden.

4. Für die Winterenergie ist das Trift-Projekt nicht notwendig. Im Winter kann mittels Photovoltaik an Wänden (Schallschutzmauern, Stützmauern, Gebäudefassaden etc.) genügend Strom erzeugt werden. Bezüglich Speichermöglichkeiten für Energie sind grosse technologische Entwicklungen im Gang (Power to Gas, neue Batterietechnik). Es wird in 10 bis 20 Jahren bessere (dezentrale) Speichermöglichkeiten geben als Stauseen.

5. Das Trift-Projekt verdreht die Prioritäten. Es kann nicht sein, dass eine unberührte Berglandschaft zerstört wird, obwohl es sinnvolle umweltverträgliche Alternativen der Energieerzeugung gibt. Zuerst müssen zukunftsgerichtete Energiesparmassnahmen umgesetzt und alle weniger landschaftsbelastenden Produktionsmöglichkeiten ausgeschöpft werden.

6. Das Trift-Projekt ist ökonomisch unsinnig. Photovoltaik wird immer günstiger. Mit dem Investitionsvolumen des Trift-Projekts lässt sich mittels neuer Photovoltaik-Anlagen doppelt so viel Strom erzeugen. Diese können auf Dachflächen von Wohn- und Gewerbebauten, entlang von Autobahnen und Bahnlinien erstellt werden.

Aus diesen Gründen und Überlegungen haben der Grimselverein und Aqua Viva Einsprache gegen das Konzessionsgesuch erhoben.

Der Grimselverein ersucht den Grossen Rat, die Konzession für das Kraftwerk Trift nicht zu erteilen.

Quellen:
  • "Alpenstrom", Themenheft Hochparterre, Nov. 2016, Verlag Hochparterre, Zürich
  • Studie "Photovoltaik als kostengünstigste Stromquelle...", Okt. 2018, auf www.energiestiftung.ch

(19.4.2019)










Wandervorschlag zum Gletschervorfeld Trift

Wegbeschreibung
  • Mit dem Zug bis Meiringen
  • Mit dem Postauto bis Haltestelle Gadmen/Fuhren.
  • Dem Wegweiser «Underi Trift, Windegghütte SAC» folgen:
    100m dem Strässli entlang abwärts Richtung Kraftwerkzentrale,
    dann rechts: 700m der alten Sustenstrasse entlang talauswärts.
  • Unmittelbar nach Überqueren eines Baches führt der Weg links hinauf Richtung Trift. Nach einem kleinen Weidetor links den Karrweg verlassen und den rot-weissen Markierungen folgen bis «Underi Trift» (Bergstation Triftbahn, ab Postautostation ca 2 Std).
  • Weiter Richtung Triftbrücke, ca. 1 Std 20 Min.
  • Nach der Hängebrücke noch ca 400m dem Hüttenweg folgen, absteigend (zwei Leitern, T4), durch eine Geröllflanke.
    Hier besteht Steinschlaggefahr: Abstand halten zwischen den einzelnen Personen!
  • Nach dem Überschreiten des Drosibachs beim Steinmannli den Weg nach rechts verlassen Richtung Triftsee, den Steinmannli folgen, dem See entlang südwärts bis zum Gletschervorfeld, weglos, T3, ca 1 Std 30 Min von der Brücke aus.
  • Gleicher Weg zurück.
  • Hinweis: Begehung auf eigene Verantwortung, der Grimselverein übernimmt keine Haftung.
Variante: zur Abkürzung der Wanderstrecke die Triftbahn der KWO AG benutzen.
Unbedingt im Voraus reservieren unter: https://www.grimselwelt.ch/bahnen/triftbahn

Landeskarte der Schweiz 1:25'000, Blatt 1210 - Innertkirchen
Übernachtungsgelegenheit: Windegghütte SAC 033 975 11 10

(7.4.2019)










Grimselverein-Skitour 22.-24.3.2019

Ein wettermässiges Traumwochenende lockte nicht nur den Grimselverein, sondern auch zahlreiche weitere SkitourengängerInnen in die Berge. Los ging’s am Freitag bei der Handegg. Auf verschlungenen Wegen stiegen wir hoch ins Bächlital. Die frühlingshafte Hitze drückte schwer auf die Beine, so dass wir nach einem Abstecher zu den Bächlisblatti alle ziemlich erschöpft in der Bächlitalhütte ankamen.
Am Samstag zogen wir weiter durch das Tal, über den Bächligletscher und hoch zur Oberen Bächlilicken. Nach einer kurzen Abfahrt ins Hiendertällti folgte der zweite Aufstieg zum Hubelhorn. Eine grossartige Aussicht erwartete uns, aber auch viele Leute, die kaum alle auf dem schmalen Gipfel Platz fanden.
Den Nachmittag verbrachten wir in der Gaulihütte mit angeregten Diskussionen über den aktuellen Stand an der Grimsel und in der Trift.
Am Sonntag dann der Abschluss mit dem Aufstieg zum Golegghorn und der langen, sulzigen Abfahrt zur Handegg.
Hinweis: zur Anzeige in hoher Auflösung Bilder anklicken

Skitour 2019. Bild: Nick Röllin
Skitour 2019. Bild: Nick Röllin
Skitour 2019. Bild: Nick Röllin
Skitour 2019. Bild: Kathrin von Steiger
(7.4.2019)










Melchior Anderegg bezieht Stellung

Auch Bergführerlegende Melchior Anderegg bezieht mit klaren Worten Stellung zum Triftprojekt...
Ein Bericht dazu findet sich in der Zeitung Berner Oberländer

Melchior Anderegg
Für Ansicht in Originalgrösse Bild anklicken (Bild zvg)


(17.8.2018)










Bilder von der Trift

Wir tragen hier einiges Bildmaterial zusammen von der Landschaft rund um den Triftsee. Es sind Bilder und ein Filmausschnitt (150 MByte): vom See selber, vom Gletscher oberhalb des Sees aus dem mächtig das Triftwasser hervorströmt und in den See fliesst und von der Schlucht unterhalb des Sees.
Die Bilder stammen mit freundlicher Genehmigung von Mary Leibundgut, Nick Röllin, Beat Teige und Thomas Benkeler. Die Bilder sind hier auch in hoher Auflösung verfügbar: darauf sieht man gut die gewaltige Kraft dieser Landschaft.
Von Mary Leibundgut gibt es auf der Website www.grimsel.ch weitere Bilder von der Trift.
Von Nick Röllin gibt es weitere Bilder auf Dropbox. Es lohnt sich vorbeizuschauen.
Hinweis: zur Anzeige in hoher Auflösung Bilder anklicken

Triftwasser fliesst in den Triftsee

Rückgang des Triftgletschers 1948 bis 2006. (Quelle: Projektunterlagen KWO)
Panoramafoto der Trift, aufgenommen am 27. August 2012 im Graaggi. In der rechten Bildhälfte ist die Windegghütte erkennbar. Für Ansicht in Originalgrösse: Bild anklicken (Bild Thomas Benkler)


(23.5.2018)










Widerstand an der Trift - Gebirgsschönheit erhalten

Der Grimselverein und Aqua Viva wehren sich mit einer Einsprache gegen das geplante Kraftwerk Trift im Berner Oberland. Die einzigartige Landschaft unterhalb des Triftgletschers würde durch den Bau unwiederbringlich zerstört - für eine schweizweit mickrige Steigerung der Energieproduktion von lediglich 0.2%. Für die beiden Organisationen ist klar: In diesem Fall ist das nationale Interesse, diese einmalige Hochgebirgslandschaft zu schützen, höher zu gewichten als die Energieproduktion.
(7.2.2018)

Medienmitteilung
Einsprache






Stellungnahme zum Triftprojekt der KWO

Der Präsident Hans Anderegg hat eine Stellungnahme zum Triftprojekt erarbeitet. Dieses kann unter http://www.grimselverein.ch/archiv/TriftNichtNötig.pdf eingesehen werden.
(18.6.2017)






Bundesgerichtsurteil 2017

Das Bundesgerichtsurteil vom 5.April 2017 kann auf der Homepage des Grimselvereins unter http://www.grimselverein.ch/archiv/bundesgerichtsurteil.pdf eingesehen werden.
(25.6.2017)










Gletschervorfeld. (Bild/Montage T. Rytz)



Moorschutz gelöchert: Erhöhung der Staumauern an der Grimsel aber vorerst nicht möglich!

Das Bundesgericht hat definitiv entschieden: Die Staumauererhöhung an der Grimsel ist in Bezug auf den Moorschutz nicht verfassungswidrig. Damit kann die Sunnig Aar vielleicht zerstört werden.

Der Grimselverein ist irritiert und sehr besorgt darüber, dass der verfassungsmässige Moorschutz an der Grimsel vom Bundesgericht in Lausanne nicht vollumfänglich bestätigt worden ist. Ein offensichtlich politisches Urteil, das ein schlechtes Licht auf die Verlässlichkeit der Justiz wirft; die Bundesrichter haben ohne offengelegten Plan anders entscheiden als alle fünf RichterInnen des Berner Verwaltungsgerichts und auch die eigene mehrjährige Praxis verlassen. Dieser Entscheid ist hoffentlich kein Signal, dass die letzten zwei Prozent der Moore in der Schweiz, die vom ursprünglichen Bestand noch erhalten geblieben sind, auch noch zerstört werden dürfen.

An der Grimsel können die einmalige Moorlandschaft Sunnig Aar, der Arvenwald und das Gletschervorfeld in ihrer ganzen Pracht momentan aber noch nicht den Profitinteressen des Kantons Bern und der Städte Bern, Basel und Zürich geopfert werden. Das Berner Verwaltungsgericht hatte die Staumauererhöhung nur unter dem Aspekt des Moorschutzes angeschaut. Daher geht der Fall zurück ans Berner Verwaltungsgericht, welches nun auch noch die weiteren Punkte der Beschwerde der Umweltverbände beurteilen muss. Eine Erhöhung ist erst möglich, wenn auch diese weiteren Punkte wie etwa die Zugehörigkeit zum BLN Inventar nicht für eine Annahme der Beschwerde ausreichen.

Unser Land würde die Energiewende auch ohne den vergrösserten Grimselsee schaffen. Die nun mögliche Mauererhöhung bringt nicht mehr Winterstrom als durch den Verzicht auf 1/16 aller Schweizer Elektroheizungen eingespart werden könnte. Die gleiche Menge Winterstrom könnte auch mit Solarenergie an Fassaden erzeugt werden. Es besteht also keine Not, weitere landschaftliche Kleinode zu zerstören.

Etwas Positives könnte der unverständliche Bundesgerichtsentscheid immerhin haben. Die Standesinitiative des Kantons Bern, welche den verfassungsrechtlichen Moorschutz für grosse Wasserkraftwerke aushebeln will, ist bloss wegen der Erhöhung der Staumauer an der Grimsel eingereicht worden. Falls sie der Kanton Bern jetzt nicht sowieso zurückzieht, kann sie nun vom eidgenössischen Parlament ruhig versenkt werden.

Kontakt: Hans Anderegg, Präsident Grimselverein
(7.4.2017)

Sunnig Aar. (Bild: Peter Anderegg)
Das Bundesgericht erlaubt die Zerstörung unter dem Aspekt des Moorschutzes (Bild: Peter Anderegg)