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Rundbrief 67

... aber wir bauen nicht!

Bilder von der Trift

Skitour 2018

Einsprache gegen Triftprojekt

Stellungnahme zum Triftprojekt

Bundesgerichtsurteil

Moorschutz gelöchert

Protokoll GV
Februar 2017


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Rundbrief 67, August 2018

Einladung Generalversammlung 2018

Gern empfangen wir unsere Mitglieder am
Samstag 17.11.2018 um 14.45 im Hotel Adler Meiringen

Traktanden: 1.Wahl Stimmenzähler
2.Genehmigung Protokoll Vorjahr
3.Jahresbericht Präsident
4.Jahresrechnung, Revisionsbericht (ebenfalls von 2016 bis 2017),
Genehmigung
5.Festlegung Mitgliederbeiträge
Der Vorstand schlägt vor, dass diese unverändert bleiben.
6.Wahlen: Vorstand, Revisoren
7.Diverses

Zusätzliche Traktanden oder Anträge sind bis 6.11.2018 an den Vorstand zu richten.
Im Anschluss an den statutarischen Teil wird von diversen Referentinnen und Referenten die Trift in Wort und Bild vorgestellt. Persönliche Beiträge sind erwünscht.


Liebe Mitglieder, Freundinnen und Freunde

Zuerst möchten wir uns von ganzem Herzen bei Euch bedanken. Eure Mitgliederbeiträge sowie eure kleineren, grösseren und grossen Spenden haben es möglich gemacht, dass wir unseren Anteil der Anwaltskosten für die Einsprache gegen das Triftprojekt bezahlen konnten. Darüber hinaus ist noch ein schöner Batzen übrig, der uns eine allfällige Einsprache beim Berner Verwaltungsgericht finanziell ermöglichen wird, sollte denn der Grosse Rat die Konzession für das Triftprojekt erteilen. Als Dank für Eure Grosszügigkeit legen wir drei Postkarten mit Bildern aus der Trift bei. Wer will, kann jederzeit weitere Exemplare bestellen und unter die Leute bringen.

Dieser Rundbrief erscheint früher als üblich, da wir für die Wasserkrafttagung „Energiewende: nachhaltig oder hinterhältig?“ in Salecina (Maloja) vom 27. bis 30. September 2018 mobilisieren wollen. Aus dem Vorstand haben Katharina und John bei der Vorbereitung der Tagung mitgeholfen und dafür gesorgt, dass die Trift als zweites geplantes Opfer der Energiestrategie 2050 – das erste war bekanntlich der Moorschutz an der Sunnig Aar – aufs Tapet kommt und dass es nicht bloss bei schönen Worten bleibt, die niemandem weh tun. Wir möchten unsere Mitglieder und Freunde auffordern, zahlreich an der Tagung teilzunehmen.

Weiter möchten wir nochmals auf die geplante Triftexkursion vom 21. und 22. September 2018 aufmerksam machen. Auskunft erteilt Katharina v. Steiger, 033 971 36 06,

Grimsel
Seit unserer letzten Stellungnahme zur Interessenabwägung zwischen Natur- und Landschaftsschutz auf der einen und Stromproduktion auf der anderen Seite haben wir vom Berner Verwaltungsgericht nichts mehr gehört. Unabhängig vom Urteil des Verwaltungsgerichts und dem darauf folgenden Bundesgerichtsurteils bleiben die Sunnig Aar und das Gletschervorfeld die nächsten Jahre voraussichtlich in ihrem momentanen Zustand. Zuerst muss nämlich die alte Spitallammsperre ersetzt werden. Anschliessend wird sich eine Erhöhung der Staumauern aus wirtschaftlichen Gründen kaum lohnen. Die Aktionäre der KWO setzen beim Stromverkauf vermehrt auf sogenannte Systemdienstleistungen. Für Systemdienstleistungen verdienen sie aber bei einem grösseren Grimselsee nur mehr, wenn gleichzeitig die Leistung erhöht und die Kapazität der Übertragungsleitungen ausgebaut wird. Bei Bedarf erläutern wir dies an der GV gerne im Detail.

Trift
Bei der Trift hat unsere Einsprache bereits Wirkung gezeigt. Die KWO verlangten eine Fristerstreckung für ihre Entgegnung, da sie gewisse Aspekte noch besser untersuchen wollten. In der Zwischenzeit liegen die überarbeiteten Unterlagen der KWO und die Stellungnahmen der zahlreichen Ämter vor. Wir können uns aber momentan noch nicht dazu äussern.
Es gelingt uns allmählich, am Heiligenschein des Triftprojektes zu kratzen. Es wird langsam einer breiteren Öffentlichkeit klar, dass mit einem Ausbau der Wasserkraft gemäss Energiestrategie 2050 im Winter bloss ein Siebtel des Stroms produziert werden könnte, der mit dem Abschalten der Atomkraftwerke wegfällt. Wenn man sechs Siebtel anders ersetzen muss, so kann man den letzten Siebtel auch noch anders ersetzen!
An einer Podiumsdiskussion im Alpinen Museum hat Hans dargelegt, dass wer jetzt Ja zur Zerstörung der Trift sagt, später auch Ja zum Ersäufen der Greina oder weiterer Täler sagen muss, können doch nur so die Wasserkraftziele der Energiestrategie 2050 erreicht werden. Einzelne Umweltorganisationen gestehen nun ein, dass ihnen das Triftprojekt weh tut und dass sie sich bloss auf die Mitwirkung einliessen, weil sie wegen des fehlenden Schutzstatus keine juristischen Erfolgsaussichten gesehen hatten.
Wer sich die Schönheit der Trift zu Gemüte führen möchte, der schaue und höre sich doch das kurze Video auf unserer Homepage an.

Über die Departementsrochaden im Regierungsrat sind wir nicht unglücklich. Wie dieses Jahr Christine Häsler ist auch Christoph Neuhaus, der neue Vorsteher der Energiedirektion, bei seiner ersten Wahl im Schlafwagen in den Regierungsrat gerollt, ohne vorher grosse Stricke zerrissen zu haben. In der Zwischenzeit hat er sich aber gemausert, und wir trauen ihm eigenständiges Denken zu. Auch die SP-Fraktion im Grossen Rat muss nun nicht mehr aufs Maul sitzen aus Angst, ihrer Energiedirektorin in den Rücken zu fallen. Vielleicht wird sich aber auch nicht viel ändern, da der Regierungsrat den Bereich Energie zur Volkswirtschaftsdirektion von Christoph Ammann transferieren will. Barbara Egger wird uns weiter beschäftigen, ist sie doch diesen Sommer in den Verwaltungsrat der KWO gewählt worden.

Skitour
Der Plan zur Durchquerung des Triftkessels von Ost nach West musste aufgrund des wechselhaften Wetters bereits vorgängig begraben werden. Dennoch stiegen acht hochmotovierte GrimslerInnen bei schönstem Sonnenschein von Gadmen hoch Richtung Untertalstock. Auf einer Route, die nur Einheimischen bekannt ist und die auch hier nicht verraten werden soll. Kurz vor dem Gipfel war dann leider vorbei mit Sonne und wir mussten einen zügigen Abgang zum Hotel Steingletscher suchen. Der launige Schnee und die diffuse Sicht forderten einiges an skifahrerischem Tastsinn.
Am Samstag zogen wir los Richtung Giglistock. Das Wandern durch die tiefverschneiten Ebenen des Steinsees und des Umpols hatte etwas Magisches. Auf dem Steinlimigletscher war dann angesichts des einsetzenden Schneefalls und der angespannten Lawinensituation aber leider Schluss. Wir kommen wieder...

Gletscherweib
Das dreissigste Gletscherweib steht stolz und mit Gebetsfahnen geschmückt in der Lauteraar! Anfangs haben wir die schützende Steinfigur auf dem Gletscher errichtet, heute steht sie weit vom Gletschertor entfernt im Vorfeld. Inzwischen wachsen da Lärchen und Zitterpappeln. – Wenn es mit der Klimaerwärmung so weitergeht, wird aus dem Gletscherweib wohl noch ein Waldweib werden...
Auch heuer hat Dres Urweider ein schönes Gedicht geschrieben und Priska Walss die helle Luft mit wunderbaren Alphornklängen erfüllt. Dieser Ausflug im Frühsommer durch die wasserreiche Sunnig Aar, wo es gluckst und plätschert, murmelt und rauscht, wo Wollgras in sattem Grün leuchtet, Sonnentau und Türkenbund zu sehen sind und noch viel mehr, gehört zu den ganz wertvollen Traditionen des Grimselvereins. Wer nächstes Jahr dabei sein möchte: 6. Juli 2019 vormerken!

Feuer in den Alpen
Am 11. August fand das Treffen auf dem Sidelhorn statt. Rund 30 begeisterte Zugewandte lauschten den anwesenden Alphörnern und hörten aufmerksam der Rede von Bettina Dyttrich zu. Das Abendrot über den Berner Alpen und die Sichtung zahlreicher Sternschnuppen kompensierten das fehlende Feuer, welches wegen des generellen Feuerverbots nicht angezündet werden durfte.

Buch über den Kraftwerkbau an der Oberaar
Der Förderverein Emil Zbinden hat in der Edition eigenART das Buch «Grimsel – Staumauerbau im Bild» herausgegeben. Darin wird die Auseinandersetzung zahlreicher Maler und Fotografinnen – u.a. Heinz Bysäth – mit dem Kraftwerksbau in den 50er-Jahren, mit den Arbeitern, die das Werk schaffen, mit der Technik und der gleichzeitigen Zerstörung grandioser Landschaften thematisiert.
Erhältlich im Alpinen Museum Bern oder unter: www.edition-eigenart.ch.

Adresskartei
Wir möchten unsere Adresskartei aktualisieren. Wer diesen Rundbrief nicht mehr erhalten möchte, soll dies doch bitte mitteilen an: , oder: Grimselverein, Postfach 509, 3860 Meiringen

15. August 2018 Der Vorstand
(28.10.2018)




Melchior Anderegg bezieht Stellung

Auch Bergführerlegende Melchior Anderegg bezieht mit klaren Worten Stellung zum Triftprojekt...
Ein Bericht dazu findet sich in der Zeitung Berner Oberländer

Melchior Anderegg
Für Ansicht in Originalgrösse Bild anklicken (Bild zvg)


(17.8.2018)










Bilder von der Trift

Wir tragen hier einiges Bildmaterial zusammen von der Landschaft rund um den Triftsee. Es sind Bilder und ein Filmausschnitt (150 MByte): vom See selber, vom Gletscher oberhalb des Sees aus dem mächtig das Triftwasser hervorströmt und in den See fliesst und von der Schlucht unterhalb des Sees.
Die Bilder stammen mit freundlicher Genehmigung von Mary Leibundgut, Nick Röllin, Beat Teige und Thomas Benkeler. Die Bilder sind hier auch in hoher Auflösung verfügbar: darauf sieht man gut die gewaltige Kraft dieser Landschaft.
Von Mary Leibundgut gibt es auf der Website www.grimsel.ch weitere Bilder von der Trift.
Von Nick Röllin gibt es weitere Bilder auf Dropbox: hier und hier. Es lohnt sich bei beiden vorbeizuschauen.
Hinweis: zur Anzeige in hoher Auflösung Bilder anklicken

Triftwasser fliesst in den Triftsee

Rückgang des Triftgletschers 1948 bis 2006. (Quelle: Projektunterlagen KWO)
Panoramafoto der Trift, aufgenommen am 27. August 2012 im Graaggi. In der rechten Bildhälfte ist die Windegghütte erkennbar. Für Ansicht in Originalgrösse: Bild anklicken (Bild Thomas Benkler)


(23.5.2018)










Skitour 2018

Grimselverein-Skitour 2018

Aufgrund des wechselhaften Wetters mussten wir unseren Plan der Durchquerung des Triftkessels von Ost nach West von Anfang an begraben. Dennoch starteten am Freitag acht hochmotovierte GrimslerInnen in Gadmen und stiegen bei schönstem Sonnenschein hoch Richtung Untertalstock. Auf einer spannenden Route, die aber geheim ist und auch hier nicht verraten werden soll. Kurz vor dem Gipfel war dann leider vorbei mit Sonne und wir mussten einen zügigen Abgang zum Hotel Steingletscher suchen. Der launige Schnee und die diffuse Sicht forderten einiges an skifahrerischem Tastsinn.
Im Hotel Steingletscher verbrachten wir einen ebenso gemütlichen wie angeregten Nachmittag.
An Samstag starteten wir bei zweifelhaftem Wetter Richtung Giglistock. Das Wandern durch die tiefverschneiten Ebenen des Steinsees und des Umpols hatte etwas Magisches. Weiter auf dem Steinlimigletscher mussten wir angesichts des einsetzenden Schneefalls und der angespannten Lawinensituation dann allerdings umkehren. Zurück ging’s zum Hotel Steingletscher und weiter nach Gadmen. Dabei stellten sich die fast vollständig zugeschneiten Strassentunnels als eigentliche Schlüsselstellen heraus, die wir nur mit vollstem Körpereinsatz knacken konnten.
Danke den umsichtigen Bergführern Aschi Rufibach und Dres Schild.

Bericht: Nick Röllin
(19.3.2018)










Widerstand an der Trift – Gebirgsschönheit erhalten

Der Grimselverein und Aqua Viva wehren sich mit einer Einsprache gegen das geplante Kraftwerk Trift im Berner Oberland. Die einzigartige Landschaft unterhalb des Triftgletschers würde durch den Bau unwiederbringlich zerstört – für eine schweizweit mickrige Steigerung der Energieproduktion von lediglich 0.2%. Für die beiden Organisationen ist klar: In diesem Fall ist das nationale Interesse, diese einmalige Hochgebirgslandschaft zu schützen, höher zu gewichten als die Energieproduktion.
(7.2.2018)

Medienmitteilung
Einsprache






Stellungnahme zum Triftprojekt der KWO

Der Präsident Hans Anderegg hat eine Stellungnahme zum Triftprojekt erarbeitet. Dieses kann unter http://www.grimselverein.ch/archiv/TriftNichtNötig.pdf eingesehen werden.
(18.6.2017)






Bundesgerichtsurteil

Das Bundesgerichtsurteil vom 5.April 2017 kann auf der Homepage des Grimselvereins unter http://www.grimselverein.ch/archiv/bundesgerichtsurteil.pdf eingesehen werden.
(25.6.2017)










Gletschervorfeld. (Bild/Montage T. Rytz)



Moorschutz gelöchert: Erhöhung der Staumauern an der Grimsel aber vorerst nicht möglich!

Das Bundesgericht hat definitiv entschieden: Die Staumauererhöhung an der Grimsel ist in Bezug auf den Moorschutz nicht verfassungswidrig. Damit kann die Sunnig Aar vielleicht zerstört werden.

Der Grimselverein ist irritiert und sehr besorgt darüber, dass der verfassungsmässige Moorschutz an der Grimsel vom Bundesgericht in Lausanne nicht vollumfänglich bestätigt worden ist. Ein offensichtlich politisches Urteil, das ein schlechtes Licht auf die Verlässlichkeit der Justiz wirft; die Bundesrichter haben ohne offengelegten Plan anders entscheiden als alle fünf RichterInnen des Berner Verwaltungsgerichts und auch die eigene mehrjährige Praxis verlassen. Dieser Entscheid ist hoffentlich kein Signal, dass die letzten zwei Prozent der Moore in der Schweiz, die vom ursprünglichen Bestand noch erhalten geblieben sind, auch noch zerstört werden dürfen.

An der Grimsel können die einmalige Moorlandschaft Sunnig Aar, der Arvenwald und das Gletschervorfeld in ihrer ganzen Pracht momentan aber noch nicht den Profitinteressen des Kantons Bern und der Städte Bern, Basel und Zürich geopfert werden. Das Berner Verwaltungsgericht hatte die Staumauererhöhung nur unter dem Aspekt des Moorschutzes angeschaut. Daher geht der Fall zurück ans Berner Verwaltungsgericht, welches nun auch noch die weiteren Punkte der Beschwerde der Umweltverbände beurteilen muss. Eine Erhöhung ist erst möglich, wenn auch diese weiteren Punkte wie etwa die Zugehörigkeit zum BLN Inventar nicht für eine Annahme der Beschwerde ausreichen.

Unser Land würde die Energiewende auch ohne den vergrösserten Grimselsee schaffen. Die nun mögliche Mauererhöhung bringt nicht mehr Winterstrom als durch den Verzicht auf 1/16 aller Schweizer Elektroheizungen eingespart werden könnte. Die gleiche Menge Winterstrom könnte auch mit Solarenergie an Fassaden erzeugt werden. Es besteht also keine Not, weitere landschaftliche Kleinode zu zerstören.

Etwas Positives könnte der unverständliche Bundesgerichtsentscheid immerhin haben. Die Standesinitiative des Kantons Bern, welche den verfassungsrechtlichen Moorschutz für grosse Wasserkraftwerke aushebeln will, ist bloss wegen der Erhöhung der Staumauer an der Grimsel eingereicht worden. Falls sie der Kanton Bern jetzt nicht sowieso zurückzieht, kann sie nun vom eidgenössischen Parlament ruhig versenkt werden.

Kontakt: Hans Anderegg, Präsident Grimselverein
(7.4.2017)

Sunnig Aar. (Bild: Peter Anderegg)
Das Bundesgericht erlaubt die Zerstörung unter dem Aspekt des Moorschutzes (Bild: Peter Anderegg)










Protokoll der ausserordentlichen Generalversammlung 2017

Das Protokoll der GV vom 4. Februar 2017 ist online. Protokoll anzeigen...